Optimales Hygienedesign und Energieeffizienz durch innovativen Mühlenbau
Redaktionell geglättete Mitschrift · Nicht am Ton geprüft · Sprecher automatisch erkannt oder redaktionell zugeordnet
Lokale MLX-ASR; nahe am Wortlaut geglättete Lesefassung, kein wortgetreues Zitat. Original-ASR-Segmente sind unverändert mit Zeilenumbrüchen verbunden und über UTF-8 gehasht. Paul Gaigl stellt sich selbst vor und ist laut Nutzer alleiniger Vortragender; Stefan Schmitz hat nicht mit vorgetragen. Teilnehmer der Diskussion werden nicht namentlich identifiziert; bei unsicheren Wechseln Sammelrolle. Energievergleiche sind Vortragsangaben mit unklarer Bilanzgrenze; Angaben zu Durchsatz, Leistung, Volumenstrom, Höhen und 27–28 kWh/t vor Veröffentlichung gegen Ton/Folien prüfen. Vergleichswerte nicht auf Gesamtenergie der Mühle übertragen. Das Beispiel beschreibt ein reales Umbauprojekt; es ist keine eigenständig verifizierte technische Vermessung.
Paul Gaigl
Mein Name ist Paul Gaigl von SWISCA. Ich stelle unser aktuelles Projekt am Beispiel der Ceresmühle in Brüssel vor. Es geht um innovativen Mühlenbau und um Maschinen, die diesen ermöglichen. Die bestehende Mühle wird in ein vorhandenes Gebäude eingebaut. SWISCA bietet Engineering, Maschinenpark, Installation und Inbetriebnahme an.
Paul Gaigl
Das Projekt wurde partnerschaftlich mit dem Kunden verwirklicht. Ausgangslage war, ein System mit einer 600-Tonnen- und einer 300-Tonnen-Mühle in das Silogebäude einzubauen [unklar: Bezugszeit der Durchsatzangaben]. Zuvor befanden sich dort Getreidetrocknung, Mehlsilo und Mischanlagen. Ziele waren geringer Energieverbrauch, hohe Automatisierung, Betreuung durch einen Müller, weniger Wartung und Stillstand, effiziente Reinigung und maximale Ausbeute.
Paul Gaigl
Im Siloturm sieht die Mühle anders aus als ein klassisches Design mit Walzen- und Sichterboden. Durch die kleine Grundfläche und die Höhe können wir stärker auf Gravitation setzen und pneumatische Überhebungen einsparen. Die Anlage erstreckt sich über elf beziehungsweise elfeinhalb Stockwerke [unklar]; die Elevatoren ragen zusätzlich über das Dach. Das unkonventionelle Design erforderte besonderes Engineering.
Paul Gaigl
Wir sind dem Produktweg Schritt für Schritt gefolgt: Wo brauchen wir eine pneumatische Überhebung und wo lässt sich die nächste Maschine direkt anschließen? Teilweise gibt es hohe Fallstrecken; Produktströme werden auch mehrere Stockwerke tiefer zusammengefasst. So haben wir die räumliche Einschränkung genutzt, um Energie- und Prozesseffizienz zu verbessern. Mein Kollege Stefan Schmitz hat in früheren Jahren Sichter und Walzenstuhl vorgestellt.
Paul Gaigl
Sichter und Walzenstühle sind im ganzen Gebäude verteilt. Die Siebstapel des Sichters können unterschiedlich hoch sein: Wir richten sie nach dem verfügbaren Platz und den Anforderungen des Produkts aus. Auch der Walzenstuhl ist schlank und im Gebäude flexibel einplanbar. Ein hoher Automatisierungsgrad hilft, weil der Müller bei jeder Umstellung sonst über elf Stockwerke laufen müsste.
Paul Gaigl
Beim Sichter lassen sich Bauteile der Einbausituation entsprechend konfigurieren. Wir können verschiedene Anzahlen von Stapeln bis zum Achtersichter vorsehen; auch deren Höhe kann variieren. Der kompakte Walzenstuhl kann bei einem Umbau auf vorhandene Bodenöffnungen gesetzt werden und bestehende Maschinen ersetzen.
Paul Gaigl
Der Walzenstuhl hat eine automatische Mahlspaltverstellung. In der Speisereinheit lässt sich die Drehzahl der Verteilschnecken anpassen. Die Einstellungen können über ein Rezept in der zentralen Steuerung abgerufen werden. Der Müller muss weiterhin durch die Mühle gehen und das Produkt kontrollieren; die automatische Verstellung übernimmt die Einstellung. Handrad und Knöpfe erlauben Eingriffe direkt an der Maschine.
Paul Gaigl
So muss man das Display nicht mit mehligen Fingern bedienen. Zum Energievergleich zeigen wir zwei Modelle: ein konventionelles Mühlendesign auf sechs Stockwerken und die Mühle im Siloturm auf elf Stockwerken, jeweils mit einer 300- und einer 600-Tonnen-Mühle [unklar: Bezugszeit]. Die benötigte Grundfläche unterscheidet sich deutlich.
Paul Gaigl
Beim klassischen Design für die 600-Tonnen-Mühle wären zwei Pneumatikgruppen mit Filter und Ventilator nötig. Im Vergleich zur Ceresmühle haben sich im dargestellten Modell Überhebungen, Luftvolumen und elektrische Energie ungefähr halbiert. Das vertikale Design und das Zusammenlegen von Produktströmen machen die Überhebung effizienter. Bei der 300-Tonnen-Mühle ist der Effekt nach unserer Darstellung weniger ausgeprägt, weil weniger Produktströme zusammengelegt werden können.
Paul Gaigl
Im Vergleich nennen wir für das kleinere System 47 Prozent und für das größere 45 Prozent weniger elektrische Energie [unklar: genaue Bilanzgrenze und Zuordnung zur Folie]. Die Überhebungen verringern sich laut Gegenüberstellung um 48 Prozent; das Luftvolumen wird mit 564 Kubikmetern pro Minute angegeben [unklar: Ausgangswert]. Für die Aspiration am Walzenstuhlauslauf kommen gegebenenfalls zehn Kilowatt hinzu; damit nennen wir letztlich eine Verringerung um 42,5 Prozent [unklar: Bezugsgröße].
Paul Gaigl
Wir versuchen, möglichst auf Druckluft zu verzichten, deren Erzeugung teuer ist. Beim Walzenstuhl ermöglicht ein Servoantrieb die automatische Mahlspaltverstellung. Elektrische Klappen brauchen beim Verstellen Energie und vermeiden dauerhafte Druckluftleckagen. Unsere automatische Aspirationsklappe kann unterschiedliche Positionen anfahren; der Motor lässt sich lösen und austauschen. Auch bei den Waagen setzen wir Servomotoren statt Druckluftzylinder ein.
Paul Gaigl
Ein weiterer Schwerpunkt ist Automation. Maschinenüberwachung ermöglicht eine zentrale Steuerung der Produktion. Der Müller kann auf einem Tablet im Silo oder Keller sehen, wie die Mühle läuft, und erhält bei Abweichungen einen Alarm. Im Walzenstuhl überwachen wir unter anderem Walzentemperatur, Mahlspalt und weitere Betriebsparameter.
Paul Gaigl
Dazu gehört auch die Lagertemperatur. Schwenkrohre lassen sich bei einer Umstellung oder während des Betriebs zentral betätigen, um Mehle unterschiedlichen Sammelwegen zuzuführen. Auch die Aspirationsklappen werden automatisch gesteuert. Ein weiterer Schwerpunkt ist Hygiene: hohe Anlagenverfügbarkeit bei gleichzeitiger Lebensmittelsicherheit.
Paul Gaigl
Dafür braucht es einen Reinigungsprozess und gut zugängliches Equipment. Beim Sichter verzichten wir nach unserer Darstellung auf bestimmte Dichtungen und gestalten die Reinigung möglichst einfach. In der Getreidereinigung verbinden wir etablierte Maschinen wie Kombi-Cleaner, Separator, Steinausleser und Trieur. Ein optischer Farbausleser am Ende ersetzt die mechanische Reinigung nicht, sondern ergänzt sie.
Paul Gaigl
Wir überwachen die Prozessschritte mit Screening-Waagen. In der Steuerung können Minimal- und Maximalwerte hinterlegt werden; als Beispiel nenne ich 100 bis 500 Kilogramm [unklar: Bezugszeit]. Ein Minimalwert zeigt auch, wenn eine Maschine überhaupt nichts ausscheidet. So kann die Reinigung auf Produkt und Ernte eingestellt und jeder Schritt überwacht werden. Der Müller kann bei Alarm eingreifen oder anhand steigender Ausschusswerte schon vor Erreichen des Grenzwerts reagieren.
Paul Gaigl
Bei der herkömmlichen Aspiration gibt es eine manuelle Regulierklappe, eine pneumatische Aspirationsklappe und das Standrohr. Unser Standrohr bleibt bestehen; darüber übernimmt eine automatische Aspirationsklappe mit mehreren Positionen die Funktion, sodass die separate Handregulierklappe entfallen kann. Als nächstes Beispiel dient der Plansichter.
Paul Gaigl
Der Plansichter soll schnell zugänglich sein. Das Gehäuse entfällt, Toträume werden reduziert. Muss ein unteres Sieb ausgetauscht werden, muss nur ein Teil des Stapels abgebaut werden. Türen und Filz entfallen; Filz kann Schädlingen Unterschlupf bieten. Dichtungen, Klebstoffe und Beschichtungen können Kontaminationsrisiken darstellen; unsere Ausführung ist nach unserer Darstellung aus Edelstahl.
Paul Gaigl
Unsere Produktbremse ist hygienisch gestaltet. Bei herkömmlichen Bremsen können sich in Toträumen Schädlinge halten, selbst wenn die Mühle ansonsten gereinigt wird. Das Produkt fällt oben ein; ein Zugangsdeckel erlaubt den Zugriff. Leichtes Produkt kann sich am Schauglas ablagern und dort entfernt werden, ohne den Prozess zu unterbrechen.
Paul Gaigl
Als nächstes zeigen wir unser neues [unklar: Bauteilname, ASR „Alphorn“]. Bei einer Verstopfung soll ein Mitarbeiter diese möglichst schnell allein lösen können. Ein Bügelverschluss lässt sich öffnen, sodass gestautes Produkt nach unten fällt. Das Rohr ist nicht fest befestigt; eine Klappschelle kann geöffnet werden.
Paul Gaigl
Dann lässt sich das Rohr anheben und Falschluft zugeben, um die Verstopfung zu lösen, ohne ein ganzes Rohr abmontieren zu müssen. Das spart Zeit und kann die Arbeit in größerer Höhe erleichtern. Für ein solches Projekt braucht es eine Partnerschaft auf Augenhöhe: Wir haben bestimmte Margen bewusst ausgereizt und brauchten dafür Vertrauen zwischen Kunde und Anbieter.
Paul Gaigl
Dazu gehört auch Mut, neue Schritte zu gehen. So kann innovative Technologie entstehen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Publikum
Wie hoch liegt der Energiebedarf der 300-Tonnen-Mühle ungefähr in Kilowattstunden pro Tonne?
Paul Gaigl
Im Moment liegen wir bei 27 bis 28 [unklar: im ASR Kilowatt pro Tonne; in der Diskussion wird die Einheit Kilowattstunden pro Tonne genannt]. Die Walzen und Riffel sind frisch; gleichzeitig wird weiter optimiert. Wir erwarten, in diesem Bereich zu bleiben.
Diskussion (Sprecherwechsel nicht sicher zugeordnet)
Auch wenn ein Herstellervergleich günstig aussieht, wäre eine solche Einsparung beachtlich. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Wert tatsächlich im frischen Zustand gemessen wurde. Ein Teilnehmer schildert anschließend, dass er bei einem früheren Projekt über Walzenstühle auf zwei Etagen nachdenken sollte.
Publikum
Früher mussten Walzenstühle von Hand eingerückt werden; deshalb sollten sie auf einem Boden und möglichst in der Reihenfolge des Produktflusses stehen. Durch die heutige Automation kann man anders planen und Maschinen auf mehrere Etagen verteilen. Damit entstand auch die Möglichkeit, ein bestehendes Gebäude zu nutzen,
Publikum
statt neu zu bauen. Auch das kann zur Nachhaltigkeit beitragen, weil Beton mit CO₂-Emissionen verbunden ist.
Publikum
Wie hoch ist das Gebäude in Metern?
Paul Gaigl
Wir haben elf Etagen. Die Höhe in Metern wurde in der Antwort nicht genannt.
Publikum
Wenn möglichst auf pneumatische Überhebungen verzichtet wird und das Produkt direkt vom Walzenstuhl zum Sichter gelangt: Gibt es Kondensationsprobleme?
Paul Gaigl
Bis jetzt konnten wir keine feststellen; außerdem ist ein Wärmetauscher verbaut. Bei früheren Turmmühlen konnten Siebe beim direkten Weg vom Walzenstuhl zum Sichter zugehen. Unsere Siebe haben ein hexagonales Design; der Plansichter wird außerdem aspiriert. Eine Luftwirkung am Übergang bleibt also notwendig.
Publikum
Ich begrüße, dass möglichst auf Druckluft verzichtet wird, weil Leckagen Energieverluste verursachen. Ein Hinweis zur Einheit: Es sind Kilowattstunden pro Tonne. Wie funktionieren unterschiedlich hohe Siebstapel bei unterschiedlichen bewegten Gewichten? Entstehen Probleme mit Aufhängung oder Schwingungen?
Paul Gaigl
Es ist nicht möglich, beliebig unterschiedliche Stapel zu koppeln, etwa vier Siebe an einem und 20 am anderen. Die Höhendifferenz ist begrenzt; drei oder vier Rahmen weniger sind aber möglich, wenn sie nicht benötigt werden.
Publikum
Bei der Umstellung auf eine andere Mehlsammelschnecke: Wie wird der Rohrabgang abgedichtet, damit beim Wechsel kein Staub oder Mehl austritt?
Paul Gaigl
Die Mehlsammelschnecken sind aspiriert. Der untere Rohrstutzen ist an einer drehbaren Scheibe befestigt. Eine Dichtung ist dort nicht vorhanden, weil sie durch die Drehung beschädigt würde. Nach unserer Darstellung tritt wegen der Aspiration kein Mehl oder Staub aus.
Paul Gaigl
Wir haben auch Projekte im klassischen Mühlendesign. Welche Lösungen möglich sind, hängt vom Gebäude und vom Kunden ab. Das gezeigte Projekt wurde gemeinsam mit dem Kunden entwickelt; es ist kein Schema, das jeder Kunde automatisch erhält. Wir gehen auf Kunden, Produkte und die jeweiligen Rahmenbedingungen ein.
Publikum
Wenn Sichter auf vier Stockwerken stehen: Gibt es dann vier Mehlsammelschnecken, oder läuft Mehl über mehrere Etagen nach unten?
Paul Gaigl
Beides ist möglich. Wo es geht, fassen wir Produktströme zusammen. Es gibt aber auch mehrere Mehlsammelschnecken, je nach Einbausituation und den gewünschten Mehlen.
Publikum
Wird dabei nach Abteilen oder nach Qualitätsklassen getrennt?
Paul Gaigl
Nach Qualitätsklassen. Wenn ein Gefälle räumlich nicht ausreicht, kann eine zweite Sammelschnecke verwendet und später zusammengeführt werden. Entscheidend ist, dass das jeweilige Mehl in der richtigen Fraktion landet.
Publikum
Mehlsammelschnecken können hygienisch problematisch sein. Beim kleineren System erschien die Effizienz nicht ganz so hoch wie beim größeren: Wodurch entsteht dieser Effekt?
Paul Gaigl
Bei der kleineren Mühle lassen sich Produktströme nicht so effizient kombinieren; es gibt weniger Möglichkeiten zum Zusammenlegen.
Publikum
Wie hoch ist die Mühle inzwischen ausgelastet?
Diskussion (Sprecherwechsel nicht sicher zugeordnet)
In der Diskussion wird ein Wert von 90 Prozent genannt [unklar: genauer Bezug und Sprecher]. Die Mühle laufe mittlerweile durchgehend an sieben Tagen, mit Unterbrechungen für Instandhaltung und Verbesserungen. Beim Ausreizen von Leistungsreserven entstünden zusätzliche Optimierungsaufgaben.
Publikum
Wie ist das Ziel zu verstehen, beide Systeme mit einem Müller zu betreuen? Geht es um Fachkräftemangel, Kosten oder eine Betriebsphilosophie? Alleinarbeit kann gerade nachts und am Wochenende auch Sicherheitsfragen aufwerfen.
Diskussion (Sprecherwechsel nicht sicher zugeordnet)
In der Diskussion wird betont: Müller werden weiterhin gebraucht; ein Müller könne beide Systeme betreuen. Kosten und Effizienz spielen bei der Auslegung eine Rolle. Zugleich wird anerkannt, dass Alleinarbeit einen Sicherheitsaspekt hat und eine zweite Person helfen kann. [Einzelne kurze Sprecherwechsel sind nicht sicher zugeordnet.]
Ende des aufgezeichneten Texts bei 38:06.