Ceresmühle nutzt die Höhe des Siloturms
Ceresmühle nutzt die Höhe des Siloturms
0:00Paul Gaigl von SWISCA zeigte in Volkach, wie sich ein vorhandener Siloturm als Mühlengebäude nutzen lässt. Am Beispiel der Ceresmühle in Brüssel erläuterte er das Zusammenspiel von Produktführung, Automatisierung und Hygiene.

Paul Gaigl von SWISCA stellte im Technikprogramm der Müllerei-Fachtagung den Umbau der Ceresmühle in Brüssel vor. Die neue Mühlentechnik wurde nach seiner Darstellung gemeinsam mit dem Kunden in ein vorhandenes Gebäude integriert. Statt eines klassischen Walzen- und Sichterbodens verteilen sich die Maschinen über mehrere Geschosse des Siloturms.
Das Planungsteam sei dem Produktweg Schritt für Schritt gefolgt, erklärte Gaigl. Wo möglich, werde das Getreide oder Zwischenprodukt durch Schwerkraft zur nächsten Maschine geführt. So lasse sich ein Teil der pneumatischen Überhebungen einsparen. Der im Vortrag gezeigte Energievergleich bezog sich auf diese Produktförderung; daraus ergibt sich kein entsprechender Einsparwert für den gesamten Mühlenbetrieb.
Die verteilte Aufstellung verlangt nach Gaigls Darstellung einen hohen Automatisierungsgrad. Einstellungen am Walzenstuhl und Klappen ließen sich zentral steuern; Messwerte und Alarme erreichten den Müller auf einem Tablet. Waagen könnten einzelne Prozessschritte überwachen und auf Abweichungen hinweisen. Die Kontrolle von Produkt und Anlage vor Ort bleibe trotzdem notwendig.
Für die Hygiene stellte Gaigl unter anderem einen gut zugänglichen Plansichter und eine Produktbremse mit geringem Totraum vor. Die Siebstapel würden an Produkt und Platzverhältnisse angepasst, statt den verfügbaren Raum pauschal zu füllen. In der Diskussion ging es anschließend um Energiebedarf, die Führung der Mehlströme und die Grenzen unterschiedlich hoher Stapel. Auch die personelle Betreuung blieb Thema: Die Automatisierung ersetze die Arbeit des Müllers und die sichere Organisation des Betriebs nicht.