DON-Vorerntemonitoring 2026
Redaktionell geglättete Mitschrift · Nicht am Ton geprüft · Sprecher automatisch erkannt oder redaktionell zugeordnet
Sprecher wurden soweit möglich redaktionell zugeordnet; übrige Nummern und Zeitmarken gelten nur für diese Aufnahme. Die Aufnahme beginnt ohne Anmoderation. Automatische Mitschrift, nicht anhand des Tons geprüft. Zahlen, Einheiten, Folienbezüge und Sortennamen können fehlerhaft sein. Die Aufnahme beginnt ohne Anmoderation mit der Erläuterung einer Sortengrafik. Die vorangegangene Einordnung ist nicht aufgezeichnet. Nach dem Schlussapplaus endet sie während der Überleitung. Sprecher 0 wurde anhand der abschließenden Anrede „Herr Weigand“, des Fachthemas und der offiziellen LfL-Funktion kontextbezogen Stephan Weigand zugeordnet. Unveränderte maschinelle Labels bleiben separat erhalten. Sortenname „Viva“, nicht vollständig genannte Niederschlagswerte und DON-Einheiten sind ungesichert. Folien fehlen in der Aufnahme; grafische Werte werden nicht ergänzt. Der Jahresvergleich am Ende ist im Original widersprüchlich; 2024 wird als Fusarium-Jahr und zugleich im entspannten Zeitraum genannt. Dies wurde nicht als eindeutige Jahresbewertung aufgelöst. Die Redigierung glättet Füllwörter, Wiederholungen und Satzanfänge; alle ausgewählten Originaltexte und ihre Prüfsummen bleiben separat erhalten.
Stephan Weigand
Das ist unser resistentes Sortiment. Am Schluss der Leistungsschau war ein Schweizer Aussteller dabei. Hier haben wir eine Schweizer Sorte: „Viva“ [Sortenname unsicher] kommt aus der Schweiz und ist im Ökobereich seit Langem vertreten; im konventionellen Bereich spielt sie keine große Rolle. Das sind die Fusarium-gesunden Sorten. In der großen mittleren Gruppe ist die Masse der Sorten enthalten. Im letzten Jahr war diese Gruppe noch etwas größer. Eine andere Säule ist deutlich größer geworden; im letzten Jahr standen hier 15 Prozent. Das hat vor allem mit C-Weizen zu tun, der im Mühlensortiment keine Rolle spielt. In der Fläche haben wir damit Sorten, die das Fusarium-Problem etwas verstärken können.
Stephan Weigand
Was macht der Landwirt? Wenn er eine Risikosituation hat, etwa weil nicht alle Maisstoppeln eingearbeitet werden konnten oder bewusst pfluglos gearbeitet wurde, versucht er, eine gezielte Ährenbehandlung gegen Fusarium durchzuführen. Zum Wetter habe ich zwei Folien mitgebracht. Im letzten Jahr haben viele Betriebe auf diese Behandlung verzichtet. Knapp über 40 Prozent der Betriebe sind mit einem Fusarium-Mittel in die Ähre gefahren. Es war auch nicht notwendig; man hätte noch mehr sparen können, weil auch Braunrost fast keine Rolle gespielt hat. Über ganz Bayern und die vielen Jahre betrachtet bekommt ungefähr jeder zweite Weizenschlag eine gezielte Ährenbehandlung gegen Fusarium. Hier sind noch einmal die Niederschlagssummen von April bis Juli 2025 aufgeführt. Es war schon sehr trocken: Uns fehlten 63, 33 und 36 Prozent [Zuordnung zu den Monaten aus der Mitschrift nicht eindeutig]. Im Juli hat es dann kräftig geregnet. Zwei Monate waren auch kühl.
Stephan Weigand
In diesem Jahr war es noch heftiger: Wir haben nur Minuswerte. Minus 68, minus 40, minus … und auch der Juli war extrem trocken [weitere Niederschlagswerte im Original nicht vollständig genannt]. Stand heute fehlen uns bayernweit etwa zwei Monate Niederschlag, in manchen Regionen zweieinhalb. Dazu kam massive Hitze: Wir lagen 2,6 Kelvin über dem langjährigen Mittel. Die Erträge haben entsprechend nachgelassen. Für Fusarium müssen wir genauer auf die empfindliche Phase der Weizenblüte schauen: Wie sah es mit dem Regen vom Ährenschieben bis zum Abfallen der letzten Staubbeutel aus? Das ist das kritische Zeitfenster. Die Weizenblüte in Bayern lag in diesem Jahr etwa vom 31. Mai bis zum 8. Juni.
Stephan Weigand
Hier sehen Sie die Deutschlandkarten. Auch beim Mutterkorn war die Situation in Bayern anders als im Rest der Republik. Auf manche Regengebiete haben wir im Süden neidisch geschaut. Im Stadium 51 spitzt die Ähre. Beim BBCH-Stadium 61 kommen die ersten Staubbeutel heraus und die Ähre öffnet sich. Im Stadium 63 sind es mehr; bei 69 sind die Staubbeutel abgefallen. Das ist ein Mittelwert. Am 31. Mai gab es etwas Regen. Da könnte man denken, dass Fusarium hätte zuschlagen können. Eigentlich müsste man aber die zehn Tage davor mit betrachten: Ab dem 20. Mai blieb der Regen aus, und bis zum 31. Mai gab es die erste massive Hitzewelle. Damit die Sporen von den Maisstoppeln in die Weizenähre gelangen können, braucht es auch vor der Blüte Regen, etwa ein bis zwei kräftigere Regenfälle. Die fehlten. Der Regen am 31. Mai hat Fusarium auf den Maisstoppeln erst geweckt; das dauert eine Weile. Möglicherweise gab es bei später blühenden Beständen am 4. Juni ein Infektionsereignis. Danach blieb es wieder trocken. Die Hitze bremste die Entwicklung zusätzlich. Insgesamt waren die Bedingungen für eine Fusarium-Infektion sehr ungünstig. Die letzte Folie fasst das zusammen.
Stephan Weigand
Hier sind die letzten elf Jahre aufgeführt, unten das Jahr 2026. Das sind die Klassen der DON-Gehalte; eine ist noch nach der alten Einteilung bezeichnet. Wir haben jetzt die 1.000 beziehungsweise ein Milligramm [Einheiten und Bezugsgröße im Original nicht vollständig genannt]. Im letzten Jahr hatten wir schon einen sehr guten Wert, der noch übertroffen wurde. Zwei Säulen spielen praktisch keine Rolle für eine Qualitätseinbuße. Die eine Zahl hinten steht für zwei Proben. Keine davon stammt aus dem Mühlensortiment; beide kamen aus dem amtlichen Monitoring. Es waren anfällige Sorten. Bei einer Probe war die Saat sehr spät, bei der anderen waren Maisstoppeln vorhanden. Bei ungünstiger Sorte und ungünstigem Management der Bodenoberfläche konnte Fusarium also tatsächlich zuschlagen. Beide Proben stammen aus Südbayern. Solche Befunde waren aber extrem selten und in der Gesamtsituation eine Ausnahme. Die Werte können sich wieder sehen lassen.
Stephan Weigand
2016 und 2024 waren die letzten Fusarium-Jahre. Da sehen wir hinten auch Prozentwerte; 2016 hatten wir ebenfalls einiges. Die letzten beiden Jahre und das aktuelle Jahr waren sehr entspannt [Jahresbezug im Original widersprüchlich: 2024 wurde unmittelbar zuvor als Fusarium-Jahr genannt].
Stephan Weigand
Im letzten Jahr hatte ich Ihnen dieses Bild schon gezeigt: 2025 war es lange trocken, dann kam reichlich Regen. Der Beitrag zu Enzymstärke war für mich interessant: Etwas Enzym braucht man natürlich, aber nicht so viel wie hier. Das Bild von 2026 zeigt einen Bestand in Süddeutschland zwei Wochen nach der Weizenblüte, Ende Juni, der bereits in die Notreife geht. Auf den trockeneren Stellen ist er schon in der Abreife; nur in den Senken hielt sich etwas länger Feuchtigkeit. Das war die Extremsituation 2026. Ich danke allen Projektpartnern: dem Müllerbund, dem VGMS, der BayWa, den Mühlen und Landwirten für ihre Beteiligung und Ihnen für die Aufmerksamkeit.
Ende des aufgezeichneten Texts bei 7:39.