Industriestrompreis und Energiemanagement für Mühlen

Wolfgang Görg und Josef Geiger · IWSB, Unterföhring

Redaktionell geglättete Mitschrift · Nicht am Ton geprüft · Sprecher automatisch erkannt oder redaktionell zugeordnet

Teil 1 · Aufzeichnung

0:15–34:49 · Zeitmarken und Sprechernummern gelten nur für diesen Teil

Sprecher wurden soweit möglich redaktionell zugeordnet; übrige Nummern und Zeitmarken gelten nur für diese Aufnahme. Erster Teil des zusammengelegten Vortragsblocks, Anmoderation, Vortrag und fachliche Fragerunde. Sprecher anhand von Anmoderation und Redeübergängen zugeordnet; Publikumsidentität nur bei ausdrücklicher Ansprache. Rechtliche und förderrechtliche Aussagen, Fristen und Erwartungen geben den Vortragsstand wieder und sind nicht unabhängig geprüft.

  1. Moderation

    Das Thema Industriestrompreis für Mühlen ist heiß umkämpft. Wir wünschen uns, dass er kommt. Ob es letztendlich so weit ist, kann uns vielleicht Herr Görg erläutern.

  2. Moderation

    Vielleicht kann er uns aufklären und vor allem

  3. Moderation

    helfen, die Dinge zu beachten, damit man nicht hinterher in eine Falle tappt. Herr Görg, bitte.

  4. Wolfgang Görg

    Thema ist der Industriestrompreis für Mühlen: Rahmenbedingungen und Antragstellung für das Abrechnungsjahr 2026, das unmittelbar bevorsteht.

  5. Wolfgang Görg

    Mein Name ist Wolfgang Görg. Ich bin Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in einer Kanzlei in Unterföhring bei München. Zu unseren Branchenschwerpunkten gehören neben Mühlen die Energiewirtschaft und Themen wie die besondere Ausgleichsregelung und die Stromsteuer.

  6. Wolfgang Görg

    Zu den rechtlichen Grundlagen und dem Stand des nachträglichen Genehmigungsverfahrens für die Mühlen: Grundlage ist die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) erlassene Richtlinie zur Gewährung des Industriestrompreises vom April 2026. Diese Richtlinie ist beihilferechtlich genehmigt. Antragsberechtigt sind alle

  7. Wolfgang Görg

    in der Richtlinie genannten Wirtschaftszweige mit einem erheblichen Verlagerungsrisiko nach den europäischen KUEBLL-Leitlinien.

  8. Wolfgang Görg

    Wir hatten gehofft, bis heute eine positive Nachricht zu haben. Derzeit sind die Mahl- und Schälmühlen, Wirtschaftszweigklasse 10.61, noch nicht in den KUEBLL-Leitlinien erfasst. Die Bundesrepublik Deutschland hat auf Drängen der Branchenverbände bei der EU-Kommission ein formelles Verfahren zur Aufnahme dieser Wirtschaftszweigklasse eingeleitet, damit wir in die entsprechenden

  9. Wolfgang Görg

    Anhänge der KUEBLL-Leitlinien aufgenommen werden. Das ist die zwingende Voraussetzung für einen Antrag auf den Industriestrompreis. Derzeit sind wir noch nicht aufgenommen.

  10. Wolfgang Görg

    Wir hatten gehofft, dass es bis Ende Oktober passiert. Da die Voraussetzungen erfüllt werden, gehen wir davon aus, dass die Mühlen nachträglich aufgenommen werden und dann das formelle Antragsrecht besteht.

  11. Wolfgang Görg

    Ich möchte Ihnen heute die Zeitschiene und die Dinge vorstellen, die Sie

  12. Wolfgang Görg

    vorbereitend tun sollten, damit Sie nach dem formellen Akt nicht unvorbereitet sind. Ich glaube, dass die Zeitschiene dann enger sein wird. Daher ist es sinnvoll, sich jetzt damit zu beschäftigen und vorbereitende Maßnahmen zu treffen.

  13. Wolfgang Görg

    Die Richtlinie erfasst grundsätzlich drei Abrechnungsjahre: Für 2026 bis 2028 können Unternehmen einen Antrag auf den Industriestrompreis stellen.

  14. Wolfgang Görg

    Der Antrag wird rückwirkend gestellt. Für das Abrechnungsjahr 2026 wäre der Antrag 2027 zu stellen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie 2027 mit dem Bescheid eine entsprechende Beihilfe nach der Industriestrompreisrichtlinie.

  15. Wolfgang Görg

    Gefördert werden 50 Prozent des anrechenbaren Stromverbrauchs. Die Förderung bezieht sich auf die jeweilige Abnahmestelle. Beträgt der Verbrauch zum Beispiel zwei Gigawattstunden, also zwei Millionen Kilowattstunden, ist die Hälfte davon förderfähig und wird mit einem bestimmten Differenzpreis multipliziert. Wir sehen uns das Rechenwerk noch an.

  16. Wolfgang Görg

    Wenn Sie eine Beihilfe bekommen, müssen Sie auch eine Gegenleistung erbringen.

  17. Wolfgang Görg

    Sie müssen 50 Prozent der erhaltenen Beihilfe in zukünftige Dekarbonisierungsmaßnahmen investieren.

  18. Wolfgang Görg

    Wer ist antragsberechtigt?

  19. Wolfgang Görg

    Antragsberechtigt sind grundsätzlich Unternehmen, die mit ihrer Wirtschaftszweigklassifikation auf der KUEBLL-Liste stehen und eine Abnahmestelle in Deutschland haben. Auch diese muss

  20. Wolfgang Görg

    unter die entsprechende Wirtschaftszweigklassifikation fallen. Es gibt Unternehmen, die insgesamt

  21. Wolfgang Görg

    einem Wirtschaftszweig zugeordnet sind, während einzelne Abnahmestellen anderen Wirtschaftszweigen angehören. Grundsätzlich müssen sowohl das Unternehmen als auch die Abnahmestelle unter eine Wirtschaftszweigklasse fallen, die in den Anhängen der KUEBLL-Leitlinien steht.

  22. Wolfgang Görg

    Für die Zuordnung ist der 31. Dezember 2026 der Stichtag.

  23. Wolfgang Görg

    Prüfen Sie, wie Ihr Unternehmen bei den statistischen Landesämtern gemeldet ist. Grundsätzlich ist die Einordnung in die Wirtschaftszweigklasse 10.61 wichtig. Sollte aufgrund der Historie eine abweichende Eingruppierung bestehen, empfehle ich, jetzt auf das Landesamt zuzugehen, sie überprüfen und gegebenenfalls ändern zu lassen.

  24. Wolfgang Görg

    Unternehmen in Schwierigkeiten, mit einem anhängigen EU-Rückforderungsanspruch für Subventionen oder mit eröffnetem Insolvenzverfahren sind von der Förderung ausgeschlossen. Das ist bei Förderungen üblich.

  25. Wolfgang Görg

    Zur Ermittlung des Stromverbrauchs:

  26. Wolfgang Görg

    Grundsätzlich ist förderfähig, was an einer privilegierten Abnahmestelle verbraucht wird, sowohl aus Fremdbezug als auch aus Eigenerzeugung. Auch für eigenerzeugte Mengen ist ein entsprechender Industriestrompreis anzusetzen.

  27. Wolfgang Görg

    Prüfen Sie bei der Eigenerzeugung, ob die Stromflüsse am Standort sauber gemessen und dokumentiert sind, damit diese Mengen in die Förderung einbezogen werden können.

  28. Wolfgang Görg

    Nicht förderfähig sind Drittmengen, also weitergeleitete Mengen. Steht beispielsweise neben der Mühle ein Wohnhaus, ist dessen Verbrauch nicht förderfähig und muss abgegrenzt werden. Unternehmen in der besonderen Ausgleichsregelung kennen das Thema. Alle anderen sollten ebenfalls auf Zähl- und Messkonzepte beziehungsweise geeignete Zähler achten, damit die Drittmengen abgezogen werden können. Auch kleine, nicht sauber gemessene Mengen können die Privilegierung insgesamt gefährden.

  29. Wolfgang Görg

    Sonderfälle gibt es bei Industrieparks und bei Unternehmen, die Strompreiskompensation in Anspruch nehmen; diese Mengen müssen ebenfalls abgezogen werden.

  30. Wolfgang Görg

    Wichtig ist, die Erfassung der eigenerzeugten und weitergeleiteten Strommengen am jeweiligen Standort nachzuvollziehen.

  31. Wolfgang Görg

    Ein Beispiel: Eine Abnahmestelle hat vier Gigawattstunden anrechenbaren Verbrauch aus Eigenerzeugung und Fremdbezug. Die Hälfte, also zwei Millionen Kilowattstunden, wird für 2026 mit dem Differenzpreis multipliziert. Der Referenzpreis beträgt 8,744 Cent, der Zielpreis fünf Cent. Die Entlastung beträgt damit für 50 Prozent des Verbrauchs 3,744 Cent je Kilowattstunde: Bei vier Millionen Kilowattstunden sind das rund 75.000 Euro. Ein zehnmal kleinerer Betrieb mit 400.000 Kilowattstunden käme auf rund 7.500 Euro. Trotz des Namens Industriestrompreis kann das Instrument also auch für kleinere Unternehmen wesentlich und geeignet sein.

  32. Wolfgang Görg

    Als Gegenleistung müssen Sie Dekarbonisierungsmaßnahmen erbringen.

  33. Wolfgang Görg

    Die Richtlinie enthält verschiedene Investitionskategorien. Möglich ist zum Beispiel eine neue Photovoltaikanlage, vorausgesetzt, sie wird nicht nach dem EEG gefördert. Ich glaube, dass die EEG-Förderung kleiner PV-Anlagen künftig politisch nicht mehr gewollt ist – zumindest nach dem jetzigen Stand der Diskussion. Wären sie aus dem EEG heraus, wären auch PV-Anlagen

  34. Wolfgang Görg

    als Investitionen in erneuerbare Energien eine Maßnahme, um den Industriestrompreis abzusichern.

  35. Wolfgang Görg

    Das Gleiche gilt für Energieeffizienz, Flexibilität und Lastmanagement. Dazu gibt es ein eigenes Merkblatt des BAFA,

  36. Wolfgang Görg

    mit dem Sie die Beihilfe absichern können.

  37. Wolfgang Görg

    Wenn Sie nicht 50 Prozent der Förderung reinvestieren, verlieren Sie nach dem Merkblatt nicht die gesamte Förderung; sie wird anteilig gekürzt.

  38. Wolfgang Görg

    Das Vorgehen ist damit relativ fair: Man fliegt nicht komplett heraus.

  39. Wolfgang Görg

    Ich empfehle, einen Antrag zu stellen. Die Maßnahmen müssen nicht vorab benannt werden. Schaffen Sie die Investitionen nicht, fällt die Förderung weg; schaffen Sie sie anteilig, erhalten Sie einen Anteil; schaffen Sie sie vollständig, dürfen Sie die Beihilfe behalten. Ohne Antrag ist es bereits vorher vorbei.

  40. Wolfgang Görg

    Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eines Flexibilitätsbonus. Je nach Ausgestaltung der Investitionen in Dekarbonisierungsmaßnahmen können Sie einen zehnprozentigen Bonus auf die Förderung erhalten.

  41. Wolfgang Görg

    Voraussetzung ist, dass Sie

  42. Wolfgang Görg

    80 Prozent der Basisförderung für Flexibilitätsmaßnahmen einsetzen und zusätzlich 75 Prozent des zehnprozentigen Bonus reinvestieren. Wichtig ist zunächst die Basisförderung. Wer geeignete konkrete Maßnahmen im Katalog findet, sollte auch den zusätzlichen Bonus beantragen.

  43. Wolfgang Görg

    Für die Antragstellung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, das BAFA, zuständig.

  44. Wolfgang Görg

    Die Antragstellung erfolgt über das Portal Förderzentrale; der Link steht im BAFA-Merkblatt. Ich empfehle, sich dort schon vorab zu registrieren.

  45. Wolfgang Görg

    Über das Portal werden Antragsdaten und Erklärungen eingereicht; auch die Bescheide werden dort bereitgestellt.

  46. Wolfgang Görg

    Welche Unterlagen benötigen Sie?

  47. Wolfgang Görg

    Ich unterscheide Unternehmen mit unter und über zehn Gigawattstunden Stromverbrauch. Diese Grenze bezieht sich auf das Unternehmen, nicht auf die Abnahmestelle.

  48. Wolfgang Görg

    Die Nachweise unterscheiden sich. Unternehmen unter zehn Gigawattstunden müssen die Wirtschaftszweigbescheinigung des Statistischen Landesamtes vorlegen und einen Lageplan hochladen. Dazu kommen Stromrechnungen und für die Eigenerzeugung Zählerstände, gegebenenfalls auch das Messkonzept.

  49. Wolfgang Görg

    Diese Unterlagen müssen nicht geprüft eingereicht werden. Sie liegen in Ihrer Verantwortung und das BAFA prüft sie. Dafür brauchen Sie keinen externen Dritten.

  50. Wolfgang Görg

    Bei Unternehmen mit höherem Stromverbrauch muss ein Wirtschaftsprüfer eingeschaltet werden, der die Angaben testiert. Bei kleineren Unternehmen liegt es in der Eigenverantwortung; das BAFA prüft die Unterlagen.

  51. Wolfgang Görg

    Zur Zeitschiene:

  52. Wolfgang Görg

    Im Oktober oder November 2026 würde ich prüfen, wie Ihr Unternehmen bei der Wirtschaftszweigklassifikation eingruppiert ist und wie Zählerstände und Stromverbräuche erfasst werden. Das können Sie schon jetzt tun.

  53. Wolfgang Görg

    Wenn diese Punkte erledigt sind,

  54. Wolfgang Görg

    geht es im Dezember 2026 weiter. Dann soll das Portal

  55. Wolfgang Görg

    auf der Förderzentrale online geschaltet werden. Danach empfiehlt sich eine zeitnahe Registrierung. Wir wissen noch nicht, wie das Portal aussieht; möglicherweise ähnlich wie bei der besonderen Ausgleichsregelung. Dann kann man nachsehen, welche Angaben für den Antrag gefordert sind.

  56. Wolfgang Görg

    Die harte Frist ist der 31. März 2027. Bis dahin muss der Antrag für das Abrechnungsjahr 2026 gestellt sein.

  57. Wolfgang Görg

    Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Sie den Antrag mit allen erforderlichen Nachweisen eingereicht haben.

  58. Wolfgang Görg

    Größere Unternehmen mit Prüfungspflicht, also ab zehn Gigawattstunden, können den Prüfungsvermerk des Wirtschaftsprüfers bis zum 31. Mai nachreichen. Unternehmen mit Strompreiskompensation hätten eine verlängerte Antragsfrist bis zum 15. Juli 2027.

  59. Publikum

    Für 2026?

  60. Wolfgang Görg

    Für 2026. Der Industriestrompreis wird

  61. Wolfgang Görg

    voraussichtlich 2027 rückwirkend für 2026 ausgezahlt.

  62. Publikum

    Kann ich die Maßnahmen kumulieren?

  63. Wolfgang Görg

    Sie können Maßnahmen nicht mit anderen Maßnahmen kumulieren.

  64. Publikum

    Ich meine über die drei Jahre.

  65. Wolfgang Görg

    Sie haben grundsätzlich 48 Monate nach 2026 Zeit, die Maßnahmen umzusetzen.

  66. Wolfgang Görg

    Maßnahmen werden die geforderten 50 Prozent nicht genau treffen. So wie ich das Merkblatt verstehe, können Sie Teilbeträge anrechnen und weiterschieben: Müssen Sie 20.000 Euro reinvestieren und die Maßnahme kostet 30.000 Euro, können Sie 20.000 Euro für 2026 und 10.000 Euro für den nächsten Antrag anrechnen.

  67. Wolfgang Görg

    Sie dürfen Maßnahmen aber nicht doppelt für verschiedene Förderungen verwenden, etwa einmal für den Industriestrompreis und zugleich für die besondere Ausgleichsregelung.

  68. Publikum

    Wenn ich 100.000 Euro investiere, sind 50 Prozent 50.000 Euro

  69. Publikum

    und die kann ich auf drei Jahre aufteilen?

  70. Wolfgang Görg

    Es kommt darauf an, wie viel Förderung Sie erhalten. Bekommen Sie für 2026 eine Förderung von 50.000 Euro, müssen Sie 25.000 Euro davon reinvestieren. Bei einer Maßnahme über 100.000 Euro rechnen Sie für das erste Abrechnungsjahr 25.000 Euro an, sodass 75.000 Euro

  71. Wolfgang Görg

    für künftige Jahre übrig bleiben.

  72. Publikum

    Das geht?

  73. Wolfgang Görg

    So steht es zumindest im Merkblatt.

  74. Wolfgang Görg

    Wir gehen davon aus, dass das Merkblatt passt. Bei der besonderen Ausgleichsregelung ist es seit Jahren ebenso Praxis, Maßnahmenbeträge jahresübergreifend zu verwenden. Beim Industriestrompreis ist es dasselbe Thema.

  75. Moderation

    Das Gleiche gilt für Maßnahmen nach dem Energiefinanzierungsgesetz. Mehrere Posten lassen sich zusammenfassen und ein Rest ins nächste Jahr übertragen.

  76. Wolfgang Görg

    Wichtig ist: Innerhalb von 48 Monaten muss man die Maßnahmen umsetzen.

  77. Wolfgang Görg

    Nach dem 15. Juli irgendwann im Laufe des Jahres werden wir hoffentlich einen positiven Bescheid bekommen. Wie schnell die Behörde arbeitet und wie viele Anträge eingehen, wissen wir noch nicht. Ich hoffe auf eine schnelle Umsetzung und zeitnahe Bescheide des BAFA.

  78. Moderation

    Das wird wahrscheinlich eine Sache für die letzten fünf Minuten,

  79. Moderation

    weil noch nicht sicher ist, wie und wer alles einbezogen wird. Ich gehe fast davon aus, dass es dieses Jahr nicht mehr abgeschlossen wird. Falls es erst im Januar kommt, informiert der Bayerische Müllerbund sofort, wann Anträge gestellt werden können. Oft ist das Portal noch nicht freigeschaltet, obwohl man bereits melden könnte oder sollte.

  80. Moderation

    Eine Frage zu den Dekarbonisierungsmaßnahmen: Kann ich

  81. Moderation

    gekauften Ökostrom anrechnen? Bei anderen Maßnahmen ist das möglich und erspart zusätzliche Nachweis- und Testierpflichten. Hier geht es wahrscheinlich nicht.

  82. Wolfgang Görg

    Meines Erachtens funktioniert es nicht. Im Merkblatt ist es nicht ausdrücklich aufgeführt. Es würde mich auch persönlich wundern, wenn

  83. Wolfgang Görg

    der Bezug von Ökostrom in diesem Zusammenhang möglich wäre. Bei anderen Maßnahmen geht es, hier glaube ich nicht.

  84. Moderation

    Dann muss man sich etwas anderes überlegen. Bei kleineren Beträgen – wenn jemand zum Beispiel sieben oder tausend Euro zurückerhält und die Hälfte investieren muss –

  85. Moderation

    könnte der Ersatz von zwei oder drei Motoren ausreichen,

  86. Moderation

    die entsprechende Effizienzklasse vorausgesetzt. Man sollte einen effizienten Motor wählen.

  87. Wolfgang Görg

    Anders als bei manchen Förderprogrammen muss die Umsetzung dieser Maßnahmen nicht zusätzlich zertifiziert werden. Zur Dokumentation nenne ich die Rechnung und die Inbetriebnahme; wie das am Ende genau aussieht, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wird das BAFA ein Formular für Investition und Kosten bereitstellen, das Sie unterschreiben. Einen Zertifizierer benötigen Sie dafür nicht.

  88. Moderation

    Gibt es Fragen?

  89. Moderation

    Ja, Josef Geiger.

  90. Josef Geiger

    Sie haben gesagt, dass selbst erzeugter Strom, etwa aus Wasserkraft oder Photovoltaik, gesondert bewertet oder berechnet wird. Ich habe das nicht ganz verstanden: Wird er abgezogen und wie fließt er in die Mengenbilanz ein?

  91. Wolfgang Görg

    Am Standort gibt es Fremdstrom vom Energieversorger und beispielsweise eine PV-Anlage. Entscheidend ist, was mit dem erzeugten Strom geschieht: Verbleibt er an der Abnahmestelle, dürfen Sie ihn einrechnen. Wird er gegen Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist, gehört er nicht mehr zu Ihrem Verbrauch.

  92. Wolfgang Görg

    Es geht um den selbst erzeugten Strom, den Sie auch selbst verbrauchen.

  93. Publikum

    Das ist die Herausforderung:

  94. Publikum

    Für den selbst verbrauchten Strom muss ein Zähler vorhanden sein, damit Sie die Kilowattstunden für den Industriestrompreis anrechnen können – vorausgesetzt, die noch ausstehende Genehmigung der EU kommt. Ohne Zähler können Sie die Menge nicht anrechnen lassen.

  95. Wolfgang Görg

    Das aus meiner Sicht Paradoxe:

  96. Wolfgang Görg

    Sie haben beispielsweise einen anrechenbaren Stromverbrauch von 100.000 Kilowattstunden, den Sie nicht ins öffentliche Netz eingespeist haben. Für die Hälfte, also 50.000 Kilowattstunden, erhalten Sie 2026 eine Förderung von 3,744 Cent je Kilowattstunde. Auch diese

  97. Wolfgang Görg

    Menge wird mit dem Differenzpreis bewertet.

  98. Wolfgang Görg

    Das gilt unabhängig davon, was die Erzeugung des Stroms einschließlich Abschreibungen gekostet hat. Der Differenzpreis ist für 2026 auf 3,744 Cent festgelegt; für 2027 ist er anders.

  99. Moderation

    Für Wasserkraftbesitzer, die ihren Strom selbst verbrauchen, ist das ein zusätzlicher Vorteil. Wichtig ist ein Zähler. Wenn jemand sagt:

  100. Moderation

    „Ich nutze meine Wasserkraft wie früher über eine Transmission,

  101. Moderation

    dann kann ich hier nichts messen.“

  102. Moderation

    Aus meiner Sicht geht das verloren. Haben Sie dafür noch eine Möglichkeit?

  103. Wolfgang Görg

    Den anrechenbaren Stromverbrauch muss ich zähl- und messtechnisch ermitteln.

  104. Moderation

    Das geht ja nicht, wenn jemand dann …

  105. Wolfgang Görg

    Messen und Zählen hat nicht nur beim Industriestrompreis, sondern im Energiewirtschaftsgesetz in den letzten Jahren durchgehend deutlich an Bedeutung gewonnen.

  106. Publikum

    Wir haben uns beim Industriestrompreis dafür eingesetzt, dass die Schwelle von einer Million Kilowattstunden entfällt, und sind dafür extra nach Berlin gefahren. In der besonderen Ausgleichsregelung gibt es für Mühlen diese Schwelle beim Eigenverbrauch, was den Markt verzerrt. Hier kann jeder kleine Betrieb ab der ersten Kilowattstunde mit relativ geringen Hürden einen Antrag stellen – vorausgesetzt, unsere Anträge bei der EU-Kommission werden positiv beschieden. Und dann pressiert es.

Ende des aufgezeichneten Texts bei 34:49.

Teil 2 · Aufzeichnung

0:00–38:52 · Zeitmarken und Sprechernummern gelten nur für diesen Teil

Sprecher wurden soweit möglich redaktionell zugeordnet; übrige Nummern und Zeitmarken gelten nur für diese Aufnahme. Zweiter Teil des zusammengelegten Vortragsblocks mit Josef Geiger und Beiträgen der Service- und Vertriebsgesellschaft der Kreishandwerkerschaften in Oschatz; Vortrag und fachliche Fragerunde. Sprecher anhand von Selbstvorstellung und Redeübergängen zugeordnet; Publikumsbeiträge ohne Namen. Technische Daten, Wirtschaftlichkeit, Marktposition, Garantie und Rechts- oder Förderangaben sind Sprecher- beziehungsweise Anbieterangaben und nicht unabhängig geprüft.

  1. Moderation

    Der nächste Beitrag wird geteilt sein. Den einen Teil macht Herr Geiger von FENECON; den Namen habe ich geändert. Danach kommt eine größere Vertretung der Service- und Vertriebsgesellschaft der Kreishandwerkerschaft Oschatz, die sich um unseren Strom kümmert.

  2. Josef Geiger

    Sehr gut, danke. Mein Name ist Josef Geiger. Ich bin in Vertretung für Herrn Franz Josef Feilmeier da und lasse schöne Grüße ausrichten.

  3. Josef Geiger

    Ich verkaufe Maschinen, die von der Dekarbonisierungsmaßnahme betroffen sind, und zwar Batteriespeichersysteme.

  4. Josef Geiger

    Ich möchte heute das Unternehmen, die Speichersysteme und die möglichen Anwendungen eines Batteriespeichers vorstellen,

  5. Josef Geiger

    dann als Projekt eine Großbäckerei im Bayerischen Wald. Für den Projektablauf sind die Kollegen der Service- und Vertriebsgesellschaft dabei.

  6. Josef Geiger

    Zum Unternehmen: Wir wurden 2011 als Garagenunternehmen bei Herrn Feilmeier zu Hause gegründet. Wir sind jetzt der größte deutsche Speicherhersteller für Heim-, Gewerbe- und Industriespeichersysteme. Der Markt lichtet sich. Wir laufen darauf hin, dass wir auch der einzige deutsche Hersteller werden. Wir sind Technologie- und Innovationsführer bei Speichern, weil wir Automobilbatterien verwenden. Das zeige ich später noch einmal genauer. [Redaktion: Die Aussagen zur Marktposition sind Anbieterangaben und nicht unabhängig geprüft.]

  7. Josef Geiger

    Wir sind weltweit das meist ausgezeichnete Unternehmen der Stromspeicherbranche. [Redaktion: Diese Anbieterangabe ist nicht unabhängig geprüft.]

  8. Josef Geiger

    Wir haben das führende Energiemanagement FEMS, das FENECON-Energiemanagementsystem. FENECON bedeutet Feilmeier New Energy Consulting. [Redaktion: Die Aussage zur Marktposition ist nicht unabhängig geprüft.]

  9. Josef Geiger

    Wir haben zwei Werke in Deutschland und bauen gerade eines in Amerika auf. Stand jetzt haben wir 24 Mitarbeiter und stellen nächstes Jahr noch einmal 130 neue Leute ein. Das ist für diese Branche ungewöhnlich; wir wachsen stark. [Redaktion: Die Zahl „24“ ist möglicherweise ein Erkennungsfehler und nicht überprüft.]

  10. Josef Geiger

    Gegründet wurde das Unternehmen von Franz Feilmeier, dem Herrn auf der linken Seite.

  11. Josef Geiger

    Er ist für die Stromspeicherbranche viel in Berlin unterwegs und im Wirtschaftsrat Deutschland vertreten. Mitgegründet hat sein Bruder Stefan Feilmeier. Er ist der Programmierer und das Gehirn hinter jedem FENECON-Speichersystem.

  12. Josef Geiger

    Wir sind sehr ortsansässig; alles ist nah beieinander in Niederbayern. Wir haben in Albersdorf eine Fertigung für Heim- und Gewerbespeicher. In Iggensbach fertigen wir die Industriespeichersysteme.

  13. Josef Geiger

    Ab Dezember 2026 haben wir in Hengersberg einen Standort für interne Dienste wie Finanzen und Personalwesen. In Greenville in Amerika bauen wir gerade ein Werk auf, damit wir auch dort Batteriespeicher produzieren können.

  14. Josef Geiger

    Bei unserer Hardware gibt es kleine Speicher für zu Hause mit sechs bis 15 kW Leistung.

  15. Josef Geiger

    Wir haben auch Speicher mit 20 und 30 kW; die sind etwas größer.

  16. Josef Geiger

    Bei der Commercial-Serie beschreiben die 50 und 100 jeweils die Leistung der Wechselrichter; die Systeme sind auch kaskadierbar. Dazu kommen die Industriespeicher als reine Outdoor-Systeme. Grundlage jedes unserer Speicher ist FEMS, das FENECON-Energiemanagementsystem. Es ist bei jedem Speicher gleich, ob bei sechs oder 1.500 kW Leistung. Auch die Bedienoberfläche ist dieselbe, nur die Zahlen sind größer. Wie ist FEMS aufgebaut?

  17. Josef Geiger

    Es ist ein übersichtlicher Energiemanager: Er zeigt die Fließrichtung der Stromflüsse von der Erzeugung über den Bezug bis zum Verbrauch sowie den Batterieladezustand.

  18. Josef Geiger

    Ich kann zurückschauen, wie es gestern, vorgestern oder letztes Jahr war. Wir haben auch ein App-Center, ähnlich wie auf einem Smartphone, für die jeweiligen Anwendungsfälle. Dazu gehören AC-Ladestation, dynamischer Stromtarif und Power-to-Heat, was immer wichtiger wird.

  19. Josef Geiger

    FEMS berücksichtigt Wetter-, Verbrauchs- und Erzeugungsprognosen, Strompreise und Netzentgelte. Wir können auch Smart Events einsteuern. So steuert der Speicher beziehungsweise das Energiemanagementsystem Ihren Verbrauch. Wie machen wir das?

  20. Josef Geiger

    Wir bilden alle 15 Minuten einen digitalen Zwilling Ihres Speichers.

  21. Josef Geiger

    Wir prognostizieren Erzeugung und Verbrauch und beziehen den Stromtarif und die Wetterprognosen ein.

  22. Josef Geiger

    Alles zusammen bildet einen digitalen Zwilling, und das machen wir jede Viertelstunde. Anhand der Wetterprognosen schätzen wir, wie viel PV-Strom die Anlage morgen erzeugt. Den Verbrauch prognostizieren wir anhand von Vergangenheitswerten, etwa einem typischen Montag oder Dienstag. So können wir die Erzeugung

  23. Josef Geiger

    dem Stromtarif und dem Verbrauch gegenüberstellen und Strom entsprechend beziehen und abgeben.

  24. Josef Geiger

    Für uns besteht ein Speichersystem immer aus der Hardware,

  25. Josef Geiger

    dem Betriebssystem und den jeweiligen Applikationen oder Apps.

  26. Josef Geiger

    Nächstes Jahr holen wir die Produktion nach Deutschland zurück. Ab nächstem Jahr fertigen wir im Werk Albersdorf die Wechselrichter und Batteriemodule selbst. Was jahrzehntelang ins Ausland, vor allem nach Fernostasien, verlagert wurde, holen wir zurück. Wir zeigen damit, dass eine

  27. Josef Geiger

    wirtschaftliche Produktion von Batteriespeichern auch hier wieder möglich ist.

  28. Josef Geiger

    Wenn ein Kunde einen FENECON-Speicher kauft, egal ob klein oder groß, bekommt er lebenslang Updates für das FEMS-System.

  29. Josef Geiger

    Wenn wir etwas Neues entwickeln, bekommt er die Updates dafür.

  30. Josef Geiger

    Auch bestehende Anlagen profitieren von neuen Funktionen. Einige Speicher sind zwölf oder 13 Jahre alt. Damals war von dynamischen Stromtarifen und Netzentgelten noch keine Rede. Mit einem Update kann der Speicher sie heute nutzen.

  31. Josef Geiger

    Wir integrieren laufend neue Hersteller, etwa von Wallboxen, Heizstäben und Wärmepumpen, sowie was in Zukunft noch dazukommt.

  32. Josef Geiger

    sehr viele einbinden. Asco ist ein Heizstabhersteller, KEBA steht für Wallboxen, dazu Hardy Bar und Sherry. Wir können dynamische Stromtarife einbinden; die Programme werden täglich mehr. [Redaktion: „Asco“, „Hardy Bar“ und „Sherry“ sind möglicherweise falsch erkannte Namen.]

  33. Josef Geiger

    E-Mobilität wird in Zukunft immer wichtiger.

  34. Josef Geiger

    Wenn ich heute an die Tankstelle fahre, ist es fast ein Offenbarungseid, was Benzin und Diesel kosten. In Zukunft wird das elektrifiziert sein, und am besten ist der Strom dafür selbst erzeugt.

  35. Josef Geiger

    Vorhandene PV-Anlagen oder Wassererzeugung können wir einbinden und über FEMS visualisieren und steuern, damit der Stromfluss für den Kunden kostenbewusst erfolgt.

  36. Josef Geiger

    Das funktioniert auch ohne PV-Anlage oder Wasserkraft. Ein Speicher kann ohne eigene Anlage für erneuerbare Energien betrieben werden. Der Strom kommt dann aus dem Netz. Auch das ist möglich.

  37. Josef Geiger

    Datensicherheit ist wichtig. Wir haben Cybersecurity by Design. Normale Wechselrichter sind mit dem Internet verbunden. Auf EU-Ebene wird diskutiert, ob asiatische Wechselrichter vom Markt ausgeschlossen oder umgebaut werden müssen. Bei uns kann das nicht passieren, weil kein Wechselrichter am Internet hängt, sondern alles über unser Energiemanagementsystem läuft. Die Server stehen in Deutschland. Wir sind entsprechend zertifiziert; Datenhoheit und Datensicherheit werden künftig wichtiger. [Redaktion: Aussagen zu Regulierung, Sicherheit und Zertifizierung sind nicht unabhängig geprüft.]

  38. Josef Geiger

    Was auch nur wir als Speicherhersteller können: Unser ganzes System läuft ohne Internet. Wir schließen es an, parametrieren es, stellen es ein und ziehen das Netzwerkkabel wieder ab. Dann läuft es autark. Anwendungen wie der dynamische Stromtarif, die Daten oder Strompreise aus dem Internet abrufen, können dann nicht genutzt werden. Eigenverbrauchsoptimierung, Lastspitzenkappung und atypische Netznutzung können auch ohne Internetverbindung genutzt werden. [Redaktion: Funktionsumfang und Alleinstellungsbehauptung sind Anbieterangaben.]

  39. Josef Geiger

    Wir haben keine Wechselrichter-Cloud und keine Batterie-Cloud. Alles läuft lokal auf dem Batteriespeicher. Wenn eine Internetverbindung besteht, läuft es über die FENECON-Cloud; die steht ausschließlich in Deutschland, bei uns in Deggendorf und an ein paar anderen Standorten.

  40. Josef Geiger

    Dann zu den Speichersystemen, die wir anbieten:

  41. Josef Geiger

    Das sind die gezeigten Heimspeicher, die Commercial-Speicher

  42. Josef Geiger

    und die Industriespeicher. In diesem Segment bewege ich mich. Ich bin der kleine Mann mit den großen Speichern.

  43. Josef Geiger

    Der kleinste ist etwa einen halben Autoparkplatz groß, hat 164, 184 kW Leistung und 164 Kilowattstunden Kapazität. [Redaktion: Der Leistungswert ist in der automatischen Mitschrift widersprüchlich; Ton oder Folie prüfen.]

  44. Josef Geiger

    Es geht hoch bis zum XL mit 1,5 kW Leistung und 4 Megawattstunden Kapazität. [Redaktion: Die Einheit „kW“ ist möglicherweise falsch erkannt; Ton oder Folie prüfen.]

  45. Josef Geiger

    Man kann den Speicher auch mieten oder leasen. Das Besondere an unseren Industriespeichersystemen:

  46. Josef Geiger

    Wir verwenden nur nagelneue E-Fahrzeugbatterien. Also jede Batterie ist ein Elektrofahrzeug. [Redaktion: Der zweite Satz ist möglicherweise falsch erkannt.]

  47. Josef Geiger

    Wir erwärmen und kühlen die Batterien wie in einem Elektrofahrzeug mit einem Wasser-Glykol-Kreislauf. Wir haben diese Möglichkeit, da sich die Automobilbranche vorgenommen hat, in Zukunft nur 5 % Batterieüberschuss zu produzieren. Stand jetzt sind es noch ungefähr 15 %.

  48. Josef Geiger

    Die Automobilbranche hat sich auferlegt, jede produzierte Batterie zu testen. Für gut befundene Batterien liegen auf Lager. Wenn eine Batterie das Lager nach einem halben Jahr nicht verlassen hat, wird sie verschrottet, obwohl sie getestet und für gut befunden wurde. Automobilhersteller sind qualitätsbewusst. Diese Batterien wurden für andere Herausforderungen gebaut als das Leben in unserem Speicher. [Redaktion: Die Angaben zur Automobilbranche sind nicht unabhängig geprüft.]

  49. Josef Geiger

    Wir können diese Kapazitäten aufkaufen, bevor sie verschrottet werden, und sie in unseren Speichersystemen verbauen.

  50. Josef Geiger

    Hier ist zum Beispiel eine Mercedes-Batterie, die wir verbauen, und eine BMW-Batterie. In Zukunft verwenden wir auch VW-Batterien. Das Wichtigste für uns: Es wird keine Batterie explizit gebaut. Wir verwenden die Ressourcen, die schon da sind.

  51. Josef Geiger

    Die Batterien sind schon da. Bevor sie verschrottet oder weggeworfen werden, nehmen wir sie auf.

  52. Josef Geiger

    Zu den Anwendungen gehört die Eigenverbrauchsoptimierung, wenn Sie eine PV-Anlage, Wasserkraft oder Windkraft haben. Die Anlage erzeugt Strom auch zu Zeiten, in denen Sie ihn nicht brauchen. Nachts und zu anderen Zeiten können wir ihn im Speicher aufnehmen und zur Verfügung stellen, wenn Sie ihn benötigen.

  53. Josef Geiger

    Das lässt sich zum Beispiel mit einem dynamischen Stromtarif kombinieren. Wir haben gerade den Industriestrompreis gehört. Der Speicher ermittelt, wann er zu welchem Preis Strom einkauft, damit günstiger Strom gespeichert ist.

  54. Josef Geiger

    In diesem Beispiel zeigen die Balken den Strompreis. Zwischen drei und sieben Uhr morgens ist er günstig, der Speicher lädt sich. Er weiß aber schon, dass Strom am Abend um 15 oder 18 Uhr teuer ist. Er hält zum passenden Zeitpunkt Strom im Speicher vor, sodass Sie ihn dann nicht zu diesem Preis einkaufen müssen. [Redaktion: Die genannte Uhrzeit ist widersprüchlich und nicht überprüft.]

  55. Josef Geiger

    Dann die Lastspitzenkappung. Lastspitzen und Leistungspreise sind Ihnen ein Begriff.

  56. Josef Geiger

    Auch das kann der Speicher: Wenn morgens Maschinen anfahren und der Strombezug hoch ist, fängt er einen Teil oder die ganze Last ab. Dadurch müssen Sie diese Leistungspreise nicht zahlen. Als Beispiel sehen Sie hier für das Bayernwerk 2025 in der Mittelspannung 180 Euro je kW.

  57. Josef Geiger

    Wenn der Speicher zumindest einen Teil davon abfängt, ist die Wirtschaftlichkeit sehr schnell gegeben.

  58. Josef Geiger

    Bei einem Kunden hatten wir 100 kW Leistung zu je 183 Euro. Er spart im Jahr 18.000 Euro,

  59. Josef Geiger

    weil der Speicher die Lastspitze abgefangen hat.

  60. Josef Geiger

    Dann Hochlastzeitfenster und atypische Netznutzung. Sagt Ihnen das auch etwas?

  61. Josef Geiger

    Sehr schön. Das kann der Speicher auch. Der Vorteil des Hochlastzeitfensters ist,

  62. Josef Geiger

    dass man Anwendungen kombinieren kann. Der Speicher kann Multi-Use fahren: Am Montagmorgen macht er das eine, am Nachmittag das andere, und das die ganze Woche. Am Freitag kappt er eine Lastspitze; am Wochenende steht er für Eigenverbrauchsoptimierung oder Ladeinfrastruktur zur Verfügung. Das ist der Multi-Use-Ansatz, der simultan oder zeitgleich gefahren werden kann.

  63. Josef Geiger

    Auch Ladeinfrastruktur wird immer wichtiger. Die Elektrifizierung erfasst Pkw, Lieferwagen, Lkw und landwirtschaftliche Maschinen. Oft scheitert das am Netzanschlusspunkt: Wenn Sie beim Bayernwerk oder einem anderen Netzbetreiber etwa 200 kW angefragt haben, weil Sie nicht mehr brauchten, und nun drei Hypercharger mit 500 kW aufstellen, wird es knapp. Dann kann das Fahrzeug nicht so schnell laden. Ein Speicher kann helfen. Ein reales Beispiel ist unser alter Standort in Fischerdorf: Wir hatten nur 44 kW Netzanschluss, wollten aber 188 kW Ladeinfrastruktur aufbauen, damit jeder mit voller Geschwindigkeit laden kann. Wir stellten unseren Industrial-S-Speicher auf, den kleinsten im Industriebereich,

  64. Josef Geiger

    Der Speicher hätte 184 kW. Zusammen reichte das aus, um mit einem Netzanschluss von 44 kW dennoch 188 kW Ladeinfrastruktur bereitzustellen, ohne den Netzanschlusspunkt ausbauen zu müssen. Der Baukostenzuschuss wäre knapp 20.000 Euro gewesen, die entstandenen Netzentgelte weitere 26.000 Euro. Durch den Einsatz des Speichers

  65. Josef Geiger

    sparten wir jährlich 26.000 Euro und einmalig 18.000 Euro. Das ist ein wirtschaftlicher Hebel. [Redaktion: Die einmaligen Kosten wurden zuvor mit knapp 20.000 Euro angegeben; beide Werte bleiben erhalten.]

  66. Josef Geiger

    Die Mühle beziehungsweise Bäckerei hatte einen Strombezug von 400.000 Kilowattstunden und eine Wasserkrafterzeugung von 300.000 Kilowattstunden. Die Einspeisung davon betrug 150 und der Verbrauch 550.000 Kilowattstunden. [Redaktion: Bei „150“ fehlen in der Mitschrift Einheit und gegebenenfalls Größenordnung; Ton oder Folie prüfen.]

  67. Josef Geiger

    Branchentypisch gab es einen hohen Nachtverbrauch. Lastspitzen entstehen, wenn früh morgens

  68. Josef Geiger

    eine Maschine angeschaltet wird, der Ofen läuft oder Ähnliches.

  69. Josef Geiger

    Er hatte trotz Eigenerzeugung einen hohen Strombezug. Die Erzeugung durch die Wasserkraft findet nachts statt, obwohl er meistens dann nicht so viel verbraucht. [Redaktion: Zuvor wurde ein hoher Nachtverbrauch genannt; der Widerspruch ist nicht geklärt.]

  70. Josef Geiger

    Deshalb kam der Kunde auf uns zu. Er brauchte einen Speicher, um den Strom

  71. Josef Geiger

    zu puffern und in den Morgenstunden abzugeben, wenn er gebraucht wird.

  72. Josef Geiger

    Die Reduzierung des Strombezugs beziehungsweise der Lastspitzen war seine Priorität. Wir haben das mit einem FENECON Connection M der ersten Generation umgesetzt.

  73. Josef Geiger

    Wir haben den Eigenverbrauch erhöht. Der Kunde wollte eine PV-Dachfläche und plant jetzt eine Freifläche.

  74. Josef Geiger

    Die Wasserkraft wurde bei der Einspeisung priorisiert: Der erzeugte Strom fließt zuerst in den Speicher. Erst wenn dieser voll ist, wird der Überschuss ins Netz eingespeist.

  75. Josef Geiger

    Wir haben das realisiert. Der Kunde brauchte zwar eine neue Schaltanlage, aber wirtschaftlich war das sinnvoll, weil er mit dem Speicher viel mehr spart, als die neue Schaltanlage gekostet hat.

  76. Josef Geiger

    Das Projektziel war auch, E-Mobilität und thermische Überschussnutzung zu steuern. Wir haben vorhin einen Vortrag über Digitalisierung und das Handy gehört. Alles, was auf dem Speicher passiert, können Sie am Handy, Laptop oder Tablet abrufen und Einstellungen vornehmen. Das Monitoring aktualisiert sich alle fünf Sekunden. Sie sehen Änderungen bei Bezug, Einspeisung und Erzeugung und können bei Bedarf steuern.

  77. Josef Geiger

    Für den Projektablauf würde ich unser Partnerunternehmen, die Service- und Vertriebsgesellschaft, auf die Bühne bitten, damit sie Ihnen erklärt, wie ein Projekt ablaufen kann.

  78. Bernd Biedermann

    Wir sind heute aus zwei, drei Gründen in größerer Runde bei Ihnen. Seit einigen Jahren beschäftigen uns gemeinsam über den Stromrahmenvertrag die Turbulenzen am Strommarkt. Insbesondere stellt sich die Frage, ob man den Spotmarkt nutzt und, wenn ja, wie man das intelligent macht. Deswegen haben wir als Service- und Vertriebsgesellschaft – ich bin Bernd Biedermann; viele kennen mich durch E-Mails, vom Telefon oder persönlich –

  79. Bernd Biedermann

    uns seit vielen Jahren mit dem Thema befasst und nach Lösungen gesucht. Durch einen zufälligen Kontakt sind wir auf FENECON gekommen. Sie haben gerade die Möglichkeit gehört, über das FEMS verschiedene Multi-Use-Anwendungen zu steuern. Das löst aus unserer Sicht Probleme, die wir heute und künftig haben, denn neben dynamischen Stromtarifen werden wir künftig auch dynamische Netzentgelte in unterschiedlicher Form bekommen. Das ist Punkt Nummer eins. Punkt Nummer zwei:

  80. Bernd Biedermann

    Josef, wir arbeiten seit über 20 Jahren zusammen.

  81. Bernd Biedermann

    Für mich ist die Zeit gekommen, als Geschäftsführer zum Ende des Jahres Abschied zu nehmen. Meine Kollegin Frau Tauchnitz wird mich zum 01.01. beerben. Für das Thema

  82. Bernd Biedermann

    Umsetzung der Speicher und Projektablauf haben wir einen jungen Kollegen, Tobias Pöhlmann. Er wird erläutern, wie das abläuft. Jetzt übergebe ich vor versammelter Müllermannschaft den Staffelstab an meine Kollegin.

  83. Peggy Tauchnitz

    Danke, Bernd. Hallo. Ich bin Peggy Tauchnitz. Ich bin seit 15 Jahren im Unternehmen tätig. Alles, was Bernd bisher gemacht hat, haben wir gemeinsam getan. Ich kann das Gleiche. Wir sind in energiewirtschaftlichen Belangen weiterhin für Sie da und ich werde mein Bestes geben, Ihnen

  84. Peggy Tauchnitz

    auch künftig die besten Strom- und Gastarife anzubieten, die Stromsteuererstattung vorzubereiten und die reduzierten Netzentgelte nach atypischer Netznutzung durchzuführen. Was energetisch notwendig ist und was wir können, werden wir tun. Ich beiße mich in vielen Dingen fest und bin überzeugt, dass ich das schaffe. Einige kennen mich vielleicht vom Telefon. Vielleicht kommt man noch ins Gespräch und ich bekomme zu den Namen ein Gesicht. Ansonsten hören wir uns bestimmt in absehbarer Zeit, wenn Sie eine Frage zu Energie haben.

  85. Peggy Tauchnitz

    Was als Nächstes kommt, ist das Thema, das

  86. Peggy Tauchnitz

    unser neuer Mitarbeiter Tobias Pöhlmann betreut, nämlich

  87. Peggy Tauchnitz

    die Speichertechnik näher zu betrachten. Dazu möchte ich an ihn weiterreichen. Ich danke Ihnen.

  88. Tobias Pöhlmann

    Wie sieht es aus, wenn Sie überlegen, in einen Batteriespeicher zu investieren? Wer sind die Ansprechpartner? Es ist keine Alleinaktion, sondern eine Kombination mehrerer Parteien, die ihre jeweilige Expertise einbringen.

  89. Tobias Pöhlmann

    Zunächst findet ein Erstgespräch mit uns, der Service- und Vertriebsgesellschaft, statt. Dabei werden Rahmenbedingungen und Zielsetzung geklärt: Was kann ein Batteriespeicher und was nicht? Dazu haben wir ein Unternehmen aus München gefunden,

  90. Tobias Pöhlmann

    das eine KI-basierte Steuerung entwickelt hat. Damit lässt sich ein Batteriespeicher mit einem individuellen Lastgang und den erneuerbaren Energien eines Unternehmens, zum Beispiel PV oder Wasserkraft,

  91. Tobias Pöhlmann

    durchsimulieren und anhand von Zahlen zeigen, was er bringen könnte. So lässt sich eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung machen.

  92. Tobias Pöhlmann

    Wir haben ein Beispiel mit dem Lastgang eines Müllers aus Bayern mitgebracht. Dieser hatte einen Verbrauch von ungefähr 1,5 Gigawattstunden

  93. Tobias Pöhlmann

    und eine maximale Last von circa 600 Kilowatt.

  94. Tobias Pöhlmann

    Das System empfahl eine Batterie mit 368 Kilowatt Leistung und 904 Kilowattstunden Kapazität als optimale Batterie.

  95. Tobias Pöhlmann

    Im System sind 55 FENECON-Batterien hinterlegt. Es prüft, welche für den individuellen Lastgang und die jeweilige PV-Einspeisung oder Wasserkraft optimal ist.

  96. Tobias Pöhlmann

    Für diesen Lastgang hat sich ein Speicher der Größe M herausgestellt, wie Herr Geiger ihn erklärt hat.

  97. Tobias Pöhlmann

    Der Speicher kostet circa 390.000 Euro

  98. Tobias Pöhlmann

    und erwirtschaftet durch zwei Anwendungen – Lastspitzenkappung in den Hochlastzeitfenstern und Einkaufsoptimierung durch den dynamischen Tarif –

  99. Tobias Pöhlmann

    eine jährliche Einspeisung von 88.000 Euro. [Redaktion: Ob „Einspeisung“ oder „Einsparung“ gemeint ist, muss anhand von Ton oder Folie geklärt werden.]

  100. Tobias Pöhlmann

    Mit Blick auf den Industriestrompreis könnte auch der möglicherweise geförderte Betrag von 60 % in die Investitionskosten des Batteriespeichers einbezogen werden. Das würde die Wirtschaftlichkeit weiter verbessern. [Redaktion: Förderquote und Förderfähigkeit sind im Vortrag genannte Angaben und nicht unabhängig geprüft.]

  101. Tobias Pöhlmann

    Aus Investitionskosten und jährlicher Einspeisung ergibt sich eine Amortisation von 4,4 Jahren. [Redaktion: Ob „Einspeisung“ oder „Einsparung“ gemeint ist, ist ungeprüft. Später wird klargestellt, dass Montagekosten nicht enthalten sind.]

  102. Tobias Pöhlmann

    Daraus ergibt sich eine rechnerische Lebenszeit von 20 Jahren. FENECON hat für diesen Speicher eine garantierte Vollzyklenleistung

  103. Tobias Pöhlmann

    von 8.000 Vollzyklen; ein Vollzyklus ist einmal entladen und einmal beladen.

  104. Tobias Pöhlmann

    Im Jahr waren es ungefähr 360 Vollladezyklen, also etwa einer pro Tag. Daraus ergeben sich rechnerisch 20,6 Jahre. [Redaktion: Die Garantiebedingungen werden später bei 00:35:50 konkretisiert; die rechnerische Nutzungsdauer ist nicht automatisch eine Garantiezeit.]

  105. Tobias Pöhlmann

    Das ist ein Beispiel, damit Sie es anhand Ihres Verbrauchs und Ihrer Lastspitzen einschätzen können. Dadurch wird der Strompreis um mehr als zwei Cent reduziert. [Redaktion: Anbieterberechnung, nicht unabhängig geprüft.]

  106. Tobias Pöhlmann

    Danach, wenn das für Sie gut klingt, kommt die Firma Abel ReTec ins Spiel, unser technischer Partner aus Engelsberg. Sie schaut sich vor Ort die technischen Gegebenheiten an. Diese sind je nach Unternehmen und Standort unterschiedlich. Damit kann der Partner seinen Kostenblock in das Angebot

  107. Tobias Pöhlmann

    aufnehmen, sodass es vollständig ist.

  108. Tobias Pöhlmann

    Wenn alles passt, kommt es zum Auftrag und die Projektumsetzung mit der Bauphase beginnt.

  109. Tobias Pöhlmann

    Hier kommen Abel und FENECON ins Spiel. Sie kümmern sich um Genehmigungen, Netzanschlussanfragen und die Anforderungen des Netzbetreibers sowie um Lieferung und Montage.

  110. Tobias Pöhlmann

    Abel sagt: Wir müssen nicht alles allein machen. Manche Betriebe haben einen Elektriker vor Ort,

  111. Tobias Pöhlmann

    der eingebunden werden kann, sodass jeder einen Teil übernimmt,

  112. Tobias Pöhlmann

    bis das Ganze steht.

  113. Tobias Pöhlmann

    Danach lassen wir Sie nicht allein. Es gibt weiterhin Aufgaben wie das Monitoring: Macht die Batterie, was sie soll?

  114. Tobias Pöhlmann

    Gibt es Optimierungsmöglichkeiten oder Anpassungen an gesetzliche Änderungen? 2029 entsteht eine neue Netzsystematik mit dem Namen Agnes. Das muss in die Batterie integriert werden. Auch künftige Erweiterungen wie PV, Elektroautos oder andere Elektrifizierungen sollen eingebunden und möglichst optimal eingestellt werden. [Redaktion: Name und Zeitpunkt der genannten Netzsystematik sind nicht unabhängig geprüft.]

  115. Tobias Pöhlmann

    Das war der grundlegende Durchgang und die Möglichkeit zu zeigen, was wir können. Wenn ich „wir“ sage, meine ich nicht uns allein, sondern das Team.

  116. Josef Geiger

    Ganz kurz: Wir sind ein niederbayerisches Unternehmen und fertigen die Speicher hier in Niederbayern. Sie haben einen direkten Ansprechpartner, nicht einen fernen Import-Speicherhersteller. Ich lade Sie gerne ein: Wir pflegen die Politik der offenen Haustür. Bei uns kann sich jeder ansehen, wie der Speicher gebaut wird, und die Leute kennenlernen. So kann man Vertrauen schaffen. Vielen Dank. Bei Fragen stehen wir zur Verfügung.

  117. Moderation

    Vielen Dank. Wir sind knapp in der Zeit. Gibt es schon Fragen aus dem Publikum?

  118. Publikum

    Eine kurze Frage zur Krisenresilienz: Kann man so einen Speicher auch im Inselbetrieb einsetzen?

  119. Josef Geiger

    Die kleinen Heim- und Gewerbespeicher, bei uns Home und Commercial, haben Notstrom-, Insel- und Ersatzstromfähigkeit; die Großindustriespeicher noch nicht. Das ist für die Zukunft in Entwicklung. Bei Home und Commercial sind bis zu 600 kW Notstromleistung möglich. Auch ein Generator kann im Inselbetrieb eingebunden und vom Speicher ein- und ausgeschaltet werden. [Redaktion: Funktions- und Leistungsangaben sind nicht unabhängig geprüft.]

  120. Publikum

    Muss das dann ein Synchron- oder Asynchrongenerator sein?

  121. Josef Geiger

    Dafür bin ich zu wenig Elektriker. Bei Home und Commercial können wir einen Generatoreingang machen, der die 50 Hertz bringt. Es sollte kein billiger Generator sein; dann kann man ihn einbinden.

  122. Publikum

    Da reicht dann auch ein Asynchrongenerator.

  123. Publikum

    Ich komme auf den Verbraucher mit 600 kW zurück, bei dem die Batterieanlage knapp 400.000 Euro kostet und knapp 100.000 Euro Einsparungen bringt, sodass sie sich in vier Jahren amortisiert. Sind bei dieser Preisrechnung

  124. Publikum

    alle Folgekosten enthalten oder sind das nur die Hardwarekosten? Welche Kosten fallen im Laufe der Zeit an? Habe ich wirklich 20 Jahre Garantie auf die Batterie und bekomme bei einem Defekt eine neue?

  125. Tobias Pöhlmann

    Bei den genannten Kosten handelt es sich nur um den Batteriespeicher. Zu Montage und weiteren Kosten möchte ich keine Zahl nennen, weil sie von den Gegebenheiten vor Ort abhängen. Der technische Partner prüft vor Ort, wie man es am besten macht und bestimmt dann seinen Kostenblock.

  126. Josef Geiger

    Wir geben zehn Jahre oder 8.000 Vollzyklen Garantie. Danach garantieren wir 70 % Restkapazität. Wenn in dieser Zeit etwas mit den Batterien wäre oder die Kapazität nicht mehr vorhanden ist, kommen wir und tauschen die Batterien aus. Als Speicherhersteller sind wir verpflichtet, die alten Batterien zurückzunehmen. Sollten diese Batterien nicht mehr produziert werden, passt durch das Schubladensystem auch eine kleinere Batterie hinein. Wenn neue Batterien wegen unterschiedlicher Leistung und Kapazität nicht mit den anderen zusammenarbeiten können, tauschen wir den kompletten Batterieturm aus. Damit hat der Kunde wieder die gekaufte Leistung und Kapazität. [Redaktion: Garantiebedingungen sind Anbieterangaben und nicht unabhängig geprüft.]

  127. Moderation

    Und die Folgekosten, auf die Batterielaufzeit oder Lebensdauer umgerechnet: Wartung?

  128. Josef Geiger

    Wartung.

  129. Moderation

    Was muss man an Ihre Firma zusätzlich zahlen?

  130. Josef Geiger

    Wartung und Service bieten wir über Partner an. Die Kosten unterscheiden sich je nach Speichersystem: Ein kleiner Industrial S ist günstiger als ein großer Industrial XL. Ich kann die Kosten nicht genau beziffern, weil ich die Preisliste nicht im Kopf habe. Wenn Sie den Speicher zur Eigenverbrauchsoptimierung, für einen dynamischen Stromtarif und zur Lastspitzenkappung nutzen, kommen softwareseitig keine Folgekosten hinzu: Sie kaufen die Software einmal und erhalten lebenslang Updates. Früher war es ein Samba-Speicher. [Redaktion: Der letzte Satz ist möglicherweise falsch erkannt; Kosten- und Updateangaben sind Anbieterangaben.]

  131. Moderation

    Also spart man monatliche Updates.

  132. Moderation

    wie es so oft im Softwarebereich der Fall ist.

  133. Josef Geiger

    Ja, richtig. Es ist ein einmaliger Kauf der Software. Dann haben Sie die Software lebenslang auf Ihrem Speicher.

  134. Publikum

    Wenn ich 100 kW in die Batterie stecke, wie viel habe ich nach einer Woche noch darin? Wie viel steht als Wechselstrom zur Verfügung, wie viel geht verloren? [Redaktion: Die Einheit kW stammt aus der automatischen Mitschrift; für eine Energiemenge wäre eine Prüfung am Ton nötig.]

  135. Josef Geiger

    Der Wirkungsgrad des gesamten Batteriespeichers beträgt 95 %. Wenn Sie 100 kW hineinschicken, kommen mindestens wieder 95 heraus. [Redaktion: Anbieterangabe; Einheit und Bezugsbedingungen sind ungeprüft.]

  136. Josef Geiger

    Aber wie Sie sagen: Ich schicke ihn hinein und lasse ihn drin. Für einen Batteriespeicher gibt es, glaube ich, nichts Schlimmeres, als wenn er nur voll wird und herumsteht. Er soll arbeiten. Deshalb dimensionieren wir Batteriespeicher weder über noch unter, sondern passend zum Stromverbrauch, damit der Speicher seine Arbeit machen kann und für den Kunden wirtschaftlich darstellbar ist.

Ende des aufgezeichneten Texts bei 38:52.

KI-Chat