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Stromkosten: Erst messen, dann Speicher rechnen

Beim Industriestrompreis steht die Förderberechtigung der Mühlen laut Wolfgang Görg noch aus. Vorbereiten können Betriebe bereits ihre Messdaten. Josef Geiger von Fenecon und die Service- und Vertriebsgesellschaft der Kreishandwerkerschaften zeigten, wie sich daraus auch Speicherprojekte bewerten lassen.

Josef Geiger von Fenecon im Volkacher Tagungssaal
Sabine Kemper / Mühle + Mischfutter

Welche Strommengen verbraucht die Mühle selbst, welche speist sie ein und welche liefert sie an Dritte? Diese Abgrenzung verbindet die Vorbereitung auf den Industriestrompreis mit der Planung eines Batteriespeichers. Bei den zusammengelegten Energievorträgen in Volkach erläuterte Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Wolfgang Görg von IWSB die Förderbedingungen. Josef Geiger, der bei Fenecon Industriespeicher vertreibt, stellte Anwendungen und ein Betriebsbeispiel vor.

Görg machte deutlich, dass die Aufnahme der Mahl- und Schälmühlen in den Kreis der förderberechtigten Wirtschaftszweige zum Zeitpunkt seines Vortrags noch ausstand. Er erwartete eine positive Entscheidung, sagte sie aber nicht zu. Betriebe sollten bereits ihre Wirtschaftszweigzuordnung beim Statistischen Landesamt sowie die Erfassung der Stromflüsse prüfen. Das Bundeswirtschaftsministerium beschreibt den Industriestrompreis als Kompensationszahlung für die Abrechnungsjahre 2026 bis 2028; die Berechtigung ist an bestimmte Wirtschaftszweige gebunden.

Für die Verbrauchsermittlung sind Görg zufolge sowohl Fremdbezug als auch selbst erzeugter und selbst verbrauchter Strom relevant. Einspeisungen und weitergeleitete Mengen, etwa an ein Wohnhaus neben der Mühle, müssten abgegrenzt werden. Unsaubere Messungen könnten die Förderung gefährden. Als Gegenleistung müssen Beihilfeempfänger mindestens die Hälfte der erhaltenen Förderung in anerkannte Maßnahmen investieren. Görg nannte unter anderem Energieeffizienz und Lastmanagement.

Geiger erläuterte, wie das Fenecon-Energiemanagementsystem FEMS Verbrauchs- und Erzeugungsprognosen mit Wetterdaten und dynamischen Stromtarifen verbindet. Ein Speicher könne dann günstig bezogenen oder selbst erzeugten Strom für spätere Verbrauchszeiten vorhalten und Lastspitzen abfangen. Die verschiedenen Anwendungen müssten aufeinander abgestimmt werden. Für die Auslegung seien der individuelle Lastgang und die vorhandene Eigenerzeugung entscheidend.

Tobias Pöhlmann von der Service- und Vertriebsgesellschaft der Kreishandwerkerschaften zeigte dazu eine Simulation für eine Mühle mit rund 1,5 Gigawattstunden Jahresverbrauch und 600 Kilowatt maximaler Last. Für den ausgewählten Speicher nannte er rund 390.000 Euro und einen errechneten jährlichen Vorteil von 88.000 Euro. Daraus ergäben sich rechnerisch 4,4 Jahre Amortisationszeit. Auf Nachfrage stellte er klar, dass der Preis nur den Speicher umfasst. Montage und weitere Kosten am Standort kommen hinzu; die Werte sind Anbieterangaben aus der Simulation.

Zur Garantie nannte Geiger zehn Jahre oder 8.000 Vollzyklen mit 70 Prozent Restkapazität. Service und Wartung würden je nach System gesondert kalkuliert. Nach der ersten Simulation müsse der technische Partner deshalb vor Ort die Gegebenheiten prüfen und seinen Kostenblock für das vollständige Angebot ergänzen.

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