Innovative Nagerbekämpfung in Lebensmittelbetrieben

Lukas Deuscher · Zepta Technologies GmbH, Dresden

Redaktionell geglättete Mitschrift · Nicht am Ton geprüft · Sprecher automatisch erkannt oder redaktionell zugeordnet

Sprecher wurden soweit möglich redaktionell zugeordnet; übrige Nummern und Zeitmarken gelten nur für diese Aufnahme. Automatisch erstelltes Transkript; Lesefassung nicht anhand der Tonaufnahme geprüft. Vortrag und öffentliche Fragerunde bis 00:18:55,790; anschließender Moderationsdank und Romberg-Überleitung ab Absatz 204 ausgeschlossen. Sprecher 1 ist anhand Programm und Anmoderation Lukas Deuscher. Sprecher 3 antwortet auf die ausdrückliche Anrede von Frau Schäfer und ist als Ellen Schäfer zugeordnet. Sprecher 2 ist segmentweise Moderation; seine Fragen nach der Anrede Herr Riedl sind als Herr Riedl (Publikum) zugeordnet. Sprecher 5 wird erst außerhalb der Auswahl ab Absatz 216 durch Selbstvorstellung als Andreas Romberg identifiziert; die vorherige Frage bleibt Publikum. Originalabsatzindizes nullbasiert. Reine Geräusche, Füller, Scherze und ein unverständlicher Beitrag ohne erkennbaren fachlichen Inhalt ausgelassen: 57,63,72,114,153,159,168,177,192,195. Technische und wirtschaftliche Leistungswerte sowie Aussagen über Zulassungen, Kontrollpflichten, Tilgung und Datenschutz geben die Aussagen der Beteiligten wieder und sind nicht unabhängig geprüft. Die Aussage zu befallsunabhängiger Dauerbeköderung ist keine pauschale Aussage über bereits bestehende Produktzulassungen; einzelne Übergangsfristen hängen vom Produkt ab. Unklar: bei Absatz 21 „Antrag“; bei 33 wird PTB wegen des Kontexts als PBT wiedergegeben, die rechtliche Entsorgungspflicht und Stoffzuordnung sind nicht unabhängig geprüft; Äußerung zu NB-IoT bei 69 sowie Faustregel zu Tierzahlen bei 18 sind Sprecherangaben. Die vom Moderator bei 84 genannten Beträge sind Spekulation, keine bestätigten Tarife.

  1. Moderation

    Der Vortrag von Herrn Deuscher.

  2. Moderation

    Er geht mit Hightech an die Mäuse heran. So kann man es sagen.

  3. Lukas Deuscher

    Grüß Gott. Während die Präsentation noch herausgesucht wird, kann ich schon anfangen. Vielen Dank an Herrn Dr. Rampl und den Bayerischen Müllerbund für die Einladung und an Frau Schäfer für die Erklärung dessen, was auf uns zukommt. Jetzt gehen wir noch einmal an den Anfang meiner Präsentation.

  4. Lukas Deuscher

    Wie Frau Schäfer gerade ausgeführt hat, ist die Schädlingsbekämpfung im Umbruch. Ich erzähle Ihnen heute etwas über Zepta und die digitale beziehungsweise innovative Nagerbekämpfung in Lebensmittelbetrieben. Hier geht es um Mühlen, aber wir beschäftigen uns mit der gesamten Lebensmittelproduktion und Wertschöpfungskette. Zusammengefasst bedeutet es in Zukunft: keine vorbeugende Beköderung mehr, erst nachweisen, dann bekämpfen und giftfrei überwachen. Die Branche hat in den letzten Jahren versucht, das zu ändern. Jetzt müssen wir sehen, wie wir effizient und mit möglichst geringem Aufwand die Biosicherheit Ihrer Betriebe sicherstellen können. Die Frage für Ihre Mühle wird sein: Wie erkennen Sie Befall früh genug und wie können Sie ihn belegen?

  5. Lukas Deuscher

    Mühlen sind ein guter Lebensraum für Nager und andere Schädlinge. Sie haben viele Futterquellen und Zugänge durch das Be- und Entladen von Fahrzeugen oder den Abtransport von Gütern. Dazu kommen die neuen Regelungen und das Monitoring. Auf dem Spiel stehen verunreinigte Waren, Reklamationen, Abweichungen im Audit und auch Gefahren wie Mühlenbrände, die durch angefressene Kabel und Schadnager verursacht werden können. Herr Romberg wird im Anschluss noch etwas dazu erzählen.

  6. Lukas Deuscher

    Was bringt die digitale Kontrolle? Ich habe es schematisch dargestellt: In der Vergangenheit hatten wir eine analoge Schädlingsbekämpfung. Wenn beispielsweise keine Beköderung durchgeführt wurde, entstanden Schäden, bis jemand bemerkte, dass ein Befall vorliegt.

  7. Lukas Deuscher

    Als Faustregel gilt: Wenn man eine Ratte sieht, hat man schon 50 Ratten auf dem Gelände; bei Mäusen ist es eins zu 500. Die Tiere sind relativ scheu. Wenn Sie eines sehen, können Sie davon ausgehen, dass Sie schon einen Befall haben.

  8. Lukas Deuscher

    In Zukunft können durch ein permanentes digitales Monitoring Köderstellen sowie kritische Zugänge und Ausgänge überwacht werden. Wenn ein Schaden beziehungsweise ein [Antrag; im Original unklar] entsteht, kann überwacht beziehungsweise zur Bekämpfung gewechselt werden. Dadurch können Sie und Ihr Techniker oder Dienstleister Zeit sparen und das Risiko für Ihre Mühle begrenzen. Wir betrachten Schädlingsbekämpfung als Risikomanagement: Es geht darum, das Risiko für Sie beherrschbar zu machen. Dafür gibt es spezialisierte Dienstleister wie Hentschke + Sawatzki.

  9. Lukas Deuscher

    Zepta und ich haben uns vor vier Jahren gemeinsam mit meinem Kollegen ein System überlegt, um Köderstationen digital zu überwachen. Es funktioniert im Endeffekt wie eine Küchenwaage mit SIM-Karte und kann in gängige Köderstationen eingesetzt werden. So können Sie bestehende Monitoringpunkte behalten und nachträglich digitalisieren, beispielsweise in Zusammenarbeit mit Hentschke + Sawatzki.

  10. Lukas Deuscher

    Das System überträgt in regelmäßigen Abständen die Ködergewichte der einzelnen Waagen an unseren Server und unser Dashboard. Darüber werden der Schädlingsbekämpfer beziehungsweise Sie benachrichtigt, wenn Aktivitäten entstehen. Alles wird vollautomatisch über die Waage dokumentiert.

  11. Lukas Deuscher

    Die Waage passt in vorhandene Köderstationen beziehungsweise Köderdepots. Das Beispiel zeigt ein Mäuseköderdepot von Hentschke + Sawatzki für den Innenbereich; Gleiches gilt für den Außenbereich. Die Waagen arbeiten über eine SIM-Karte ohne Gateway oder andere Infrastruktur. So sehen Sie von Tag eins, was in den Köderstationen passiert, ohne sie manuell anlaufen zu müssen. Ein Einsatzplan sieht in der Regel so aus: Die Waage überwacht giftfrei. Wenn Aktivitäten erkannt werden, kann an diesen Stellen gezielt bekämpft werden. Die gefährlichen Rodentizide setzen wir an den kritischen Stellen ein, wo Befall vorliegt. Die restlichen Boxen bleiben im Monitoring.

  12. Lukas Deuscher

    Dadurch sinkt der Sondermüll. Jeder angefressene Köder muss entsorgt werden, was Kosten verursacht. Die Köder sind als PBT-Stoffe Sondermüll beziehungsweise Sonderabfälle; das ist nicht günstig.

  13. Lukas Deuscher

    Hier ein Beispiel einer Bekämpfungsmaßnahme mit uns: Wir sehen ungefähr 17 Köderstationen. In zwei gab es Anfraß: Eine ist vollständig, eine zur Hälfte leer gefressen. Die übrigen bleiben unberührt und im Monitoring. Dadurch spart auch der Techniker vor Ort Zeit, weil er nicht jede Station manuell öffnen und dokumentieren muss.

  14. Lukas Deuscher

    Wir sind seit über zwei Jahren am Markt und arbeiten mit über 40 Schädlingsbekämpfungsfirmen in Deutschland. Zu unseren Kunden gehören beispielsweise die Deutsche Bahn und Mühlen. Aus den Erkenntnissen der vergangenen Jahre können wir Befälle bis zu 70 Prozent schneller erkennen, dadurch weniger Gift anwenden und früher bekämpfen.

  15. Lukas Deuscher

    Im Dashboard sehen Sie einen Lageplan, auf dem jede Waage beziehungsweise Köderstelle verortet wird. Die Waagen übertragen ihr Ködergewicht grammgenau einmal pro Tag mit 24 Messpunkten an das Dashboard beziehungsweise unsere Infrastruktur. Sie werden tagesaktuell informiert. Wenn Ihr Schädlingsbekämpfer ein etabliertes Dokumentationssystem mitbringt, passen wir dort ebenfalls hinein; das gilt auch für das System von Hentschke + Sawatzki.

  16. Lukas Deuscher

    Wenn Sie einen Dienstleister vor Ort haben, können Sie ihn auf Zepta ansprechen. Gemeinsam mit uns wird eine Ersteinrichtung vor Ort durchgeführt. Dabei schulen wir den Schädlingsbekämpfer und Sie am System. Wir arbeiten mit über 40 Schädlingsbekämpfern in Deutschland zusammen; hier ist eine Auswahl bereits digitalisierter Betriebe.

  17. Lukas Deuscher

    Wir empfehlen die Zusammenarbeit mit Hentschke + Sawatzki. Das Unternehmen begleitet uns seit Beginn der Entwicklung und kennt unsere Produkte und das Fachgebiet. Wenn Sie dort Kunde sind, können Sie sich an Hentschke + Sawatzki wenden; Frau Schäfer ist wahrscheinlich noch eine Weile am Stand.

  18. Lukas Deuscher

    Zum Schluss: Ohne Dauerbeköderung zählt der Befallsnachweis. Einzelne Rodentizide sind noch bis Ende dieses Jahres zugelassen und können bis Mitte nächsten Jahres aufgebraucht werden. Daten zwischen den Kontrollen machen die Bekämpfung gezielter, ersetzen die Kontrolle aber nicht. Digitalisierung geht schrittweise: Man kann mit einer einzelnen Köderstation anfangen.

  19. Lukas Deuscher

    Jetzt stehe ich für Fragen zur Verfügung. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

  20. Moderation

    Ich fange gleich an. Die Idee geht in Richtung Monitoring. In jeder Falle ist eine SIM-Karte: Welche Kosten fallen an? Ist das eine Prepaid-Karte, die eine bestimmte Anzahl Sendungen erlaubt? Die Boxen stehen oft in Ecken und müssten Zugang zu einem Netz haben. Wie geht das?

  21. Moderation

    Muss ich nebenbei noch ein WLAN-Netz bauen oder verkabeln?

  22. Lukas Deuscher

    Wir haben uns dagegen entschieden, in bestehende Infrastruktur einzugreifen. Das hat auch mit IT-Sicherheit in zertifizierten Betrieben zu tun. Jede Waage sendet autonom über das Mobilfunknetz. Wir verwenden keine normalen Datenkarten, sondern NB-IoT (Narrowband Internet of Things), eine Unterfrequenz des LTE-Bands. Damit kommen wir auch aus dem Keller.

  23. Lukas Deuscher

    Es ist extra dafür entwickelt.

  24. Moderation

    Viele Keller sind aus Beton gebaut und haben gar kein Netz. Dort würden die gehen?

  25. Lukas Deuscher

    Das funktioniert. Wo aber gar kein Netz ist, haben auch wir technische beziehungsweise physikalische Grenzen. Zu den Preisen: Das müssen Sie im Einzelfall mit Ihrem Dienstleister beziehungsweise Schädlingsbekämpfer vereinbaren. Wir etablieren die Produkte gemeinsam mit den Schädlingsbekämpfern und nennen daher keine Endkundenpreise.

  26. Moderation

    Im Prinzip ist es wahrscheinlich eine Prepaid-SIM-Karte, die mit acht oder zehn Euro aufgeladen wird. Eine Meldung kostet wie eine SMS sieben oder acht Cent, sodass man vielleicht hundertmal senden kann; danach braucht man eine neue Aufladung. Das wären die laufenden Kosten ohne die Falle.

  27. Lukas Deuscher

    Die laufenden Kosten fallen bei Ihrem Schädlingsbekämpfer an.

  28. Moderation

    Gehen die Daten auf Ihren Server oder zum Schädlingsbekämpfer?

  29. Lukas Deuscher

    Die Daten werden von uns verwaltet, verarbeitet und an den Schädlingsbekämpfer beziehungsweise Ihre Qualitätssicherungssysteme ausgespielt. Unsere Server stehen in Frankfurt, sind DSGVO-konform und die Daten bei uns teilanonymisiert gespeichert.

  30. Moderation

    Kann ich als Kunde auch darauf zugreifen?

  31. Lukas Deuscher

    Ja.

  32. Moderation

    Gut. Andere Fragen?

  33. Moderation

    Gibt es weitere Fragen?

  34. Moderation

    Ja, der Herr Riedl.

  35. Herr Riedl (Publikum)

    Vielen Dank für den Vortrag. Sie haben gesagt, wenn Befall da ist, kann ich

  36. Herr Riedl (Publikum)

    mit Gift arbeiten.

  37. Lukas Deuscher

    Richtig.

  38. Herr Riedl (Publikum)

    Sie haben auch gesagt, wo eine Maus ist, sind 500. Wie lange kann ich mit Gift arbeiten, bis man sagen kann, dass der Befall wieder weg ist?

  39. Lukas Deuscher

    Das ist eher eine Frage für die Experten. In der Bekämpfung geht es darum, die Befallshinweise zu kennen und zu identifizieren, wie Frau Schäfer dargestellt hat. Wenn unsere Stationen Anfraß aufweisen und ab einem gewissen Zeitpunkt kein Anfraß mehr vorhanden ist, ist der Befall beispielsweise getilgt. Wenn keine Befallsspuren mehr vorhanden sind, geht man von der Tilgung aus.

  40. Lukas Deuscher

    Wenn ich kontinuierlich Anfraß an den Waagen habe, muss ich davon ausgehen, dass weiterhin Befall vorliegt.

  41. Lukas Deuscher

    Dann muss ich weiterhin mit wirkstoffhaltigem Köder arbeiten und bekämpfen; die Maßnahme ist noch nicht abgeschlossen. Wenn Sie einen toxischen Köder alle sieben Tage kontrollieren, haben Sie nur das Bild dieses Zeitraums. Ist die Station nach drei Tagen leer gefressen, steht sie vier Tage leer, vielleicht auch zehn, wenn der siebentägige Rhythmus nicht eingehalten wird. Wichtig ist die Information, wenn kein toxischer Köder mehr vorhanden ist. Sobald eine Population den Köder angenommen hat, muss kontinuierlich wirkstoffhaltiges Material zur Verfügung stehen, um einen Generationenknick herbeizuführen. Das ist der Zeitpunkt, zu dem praktisch alle Elterntiere bekämpft sind und keine trächtigen oder geschlechtsreifen Tiere die Population erneuern.

  42. Herr Riedl (Publikum)

    Also nie wieder leere Köderboxen.

  43. Lukas Deuscher

    Nie wieder leere Köderboxen. Aber auch in der Vergangenheit schon nicht.

  44. Moderation

    Mit Ihrem System machen Sie keine breitflächige Beköderung, sondern gehen gezielt vor.

  45. Lukas Deuscher

    Wir arbeiten sozusagen minimalinvasiv. In bestehenden Betrieben können wir die verwendete Giftmenge um bis zu 80 Prozent senken; das hängt vom Objekt ab. Mühlen sind wahrscheinlich relativ saubere Betriebe, bei Recyclinghöfen oder in der Landwirtschaft sieht es anders aus. Dafür haben Sie hoffentlich einen Schädlingsbekämpfer.

  46. Moderation

    Und die Kosten ungefähr pro Box?

  47. Lukas Deuscher

    Darüber müssen Sie mit Ihrem Schädlingsbekämpfer sprechen.

  48. Moderation

    Das haben wir vorhin vergessen zu fragen.

  49. Moderation

    Frau Schäfer, Sie sitzen noch da. Wissen Sie es ungefähr aus dem Kopf?

  50. Ellen Schäfer

    Ich kann nur sagen: Es wird einen monatlichen Gestellungspreis geben, weil –

  51. Ellen Schäfer

    Sie kaufen die Systeme nicht, sondern bekommen sie gestellt. Dafür gibt es einen Gestellungspreis, damit Sie jeweils die neueste Version haben. Akkus werden automatisch gewechselt und Fehler oder Probleme sind damit abgedeckt. Die restlichen Preise hängen davon ab, wo und wie viele Boxen stehen; das muss individuell berechnet werden.

  52. Moderation

    Also ist keine Preisaussage möglich.

  53. Moderation

    Es ist wie Köderboxen-Leasing, kann man sagen.

  54. Lukas Deuscher

    Wir verstehen es eher als Dienstleistung. Der Schädlingsbekämpfer führt die Dienstleistung vor Ort durch, und die digitale Waage ist Teil seiner Servicedienstleistung. Wir sehen uns als Teil des Werkzeugkastens. Dem Schädlingsbekämpfer steht es frei, die Systeme weiterzuverkaufen oder anzubieten.

  55. Moderation

    Haben wir noch Fragen?

  56. Publikum

    Muss die Waage geeicht werden?

  57. Lukas Deuscher

    Das ist eine sehr gute Frage. Bei einem Landhandel mit einer großen Kartoffelwaage für Lkw fragte mich jemand beim Aufbau unserer Waagen, ob wir sie geeicht hätten. Die Waagen müssen tariert werden. Wie bei einer Küchenwaage wird beim Aufstellen tariert und dann der Köder aufgelegt. So weiß die Waage, was null Gramm und was 100 Prozent des Ködergewichts sind. Darauf basiert die Technologie.

  58. Publikum

    Okay, danke schön.

Ende des aufgezeichneten Texts bei 18:55.

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