Mutterkorn im Weizen: Reinigung braucht passende Produktwege
Mutterkorn im Weizen: Reinigung braucht passende Produktwege
0:00Rudolf Hofer vom Bühler Grain Innovation Center verglich in Volkach Versuche zur Reduktion von Mutterkorn und Ergotalkaloiden. Die Ergebnisse zeigen den Einfluss von Maschineneinstellungen, Produktführung und Probenahme.

Rudolf Hofer stellte auf der Müllerei-Fachtagung Untersuchungen in einer Pilotanlage und einer Industriemühle vor. Das Team gab definierte Verunreinigungen zu vorgereinigtem Weizen und untersuchte, was die einzelnen Reinigungsschritte entfernen. Ein Teil des Versuchsmixes wurde vor der Zugabe zerkleinert, um auch Bruchstücke im Getreidestrom abzubilden.
Zu den untersuchten Schritten gehörten Separator, Aspiration, Konzentrator, Trieur und optische Sortierung. Hofer betonte die Schwierigkeit, aus großen Partien repräsentative Proben für die Analytik zu gewinnen. Trotz sorgfältiger Probenahme hätten die Werte deutlich geschwankt. Ergebnisse einzelner Durchläufe lassen sich deshalb nicht pauschal auf jede Mühle übertragen.
Im Pilotversuch wurden unter den gezeigten Bedingungen hohe Reduktionen erreicht; zugleich fiel Reinigungsabstoß an. Im industriellen Beispiel beeinflussten unterschiedliche Produktwege und das spätere Zusammenführen der Fraktionen das Ergebnis. Eine Verunreinigung kann sich zunächst in einem Teilstrom anreichern. Entscheidend ist daher, welche Fraktionen weitere Maschinen durchlaufen und anschließend wieder zusammenkommen.
Auch Luftmengen, Siebe und das Rezept der optischen Sortierung müssen nach Hofers Darstellung zur angelieferten Partie passen. Aus einzelnen Versuchen folgt keine allgemeine Garantie für die Reinigung. In der Diskussion ging es deshalb auch um Abrieb, die Übertragbarkeit auf andere Anlagen und die Funktionssicherheit der Maschinen.
Der Blick auf Bruchstücke und Staub ist bedeutsam: Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung können Ergotalkaloide auch mit Bruchstücken und Stäuben des Mutterkorns ins Getreide gelangen. Die Alkaloide selbst lassen sich nur chemisch-analytisch nachweisen. Hofer verwies auf die Handlungsempfehlungen des Max Rubner-Instituts und unterstrich die Bedeutung einer sorgfältigen Warenannahme und abgestimmten Reinigung.