Wirksamkeit der Reinigungsschritte zur Reduktion von Ergotalkaloiden in Weizen
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Lokale MLX-ASR; redaktionell nahe am Vortrag geglättete Lesefassung, kein wortgetreues Zitat. Original-ASR-Segmente sind unverändert mit Zeilenumbrüchen verbunden und SHA-256-gehasht. Rudolf Hofer stellt sich selbst vor. Beiträge aus dem Publikum sind nicht namentlich zugeordnet; bei unklaren Übergängen ist eine gemeinsame Diskussionsrolle angegeben. Die Versuche wurden unter spezifischen Bedingungen durchgeführt. Hofer weist auf erhebliche Probenahmeschwankungen hin; Pilot- und Industrieergebnisse sind nicht direkt als generelle Wirksamkeitsgarantie zu übertragen. Mengen, Einheiten, Grenzwerte und ihre Geltung vor Veröffentlichung gegen Ton, Folien und geltende Vorschriften prüfen. Eine nicht fachliche Passage aus dem öffentlichen Auswahltext ist ausgelassen.
Rudolf Hofer
Mein Name ist Rudolf Hofer. Ich spreche über die Reduktion von Mutterkorn und Ergotalkaloiden. Angesichts angekündigter niedrigerer Grenzwerte haben wir untersucht, was Reinigungsmaschinen leisten können. Wir verbinden Theorie und Praxis: Das Thema Mutterkorn beschäftigt uns bei Roggen seit Jahren.
Rudolf Hofer
Nun rückte auch Weizen in den Fokus. Gemeinsam mit Projektpartnern haben wir zwei Studien durchgeführt, eine im Pilotmaßstab und eine in einer Industriemühle. Ich zeige Ihnen die Ergebnisse. Die im Vortrag genannten Grenzwerte und Zeitpunkte müssen anhand der geltenden Regelung geprüft werden [unklar: genauer Geltungsbereich und Einheit]. Die Ausgangsbelastung der angelieferten Partie ist entscheidend.
Rudolf Hofer
Unser Ziel war, sowohl unter kontrollierten Bedingungen in der Bühler-Pilotanlage in Uzwil als auch unter industriellen Bedingungen zu testen. Um die Reinigungsleistung zu beurteilen, mussten wir definierte Kontaminationen zugeben.
Rudolf Hofer
Wir haben Getreide mehrfach vorgereinigt, definierte Kontaminationsstufen zugegeben und Proben gezogen. Der Mix enthielt Mutterkorn und verschiedene Allergene, darunter Senf, Soja, zwei Lupinenarten und Erdnüsse. Welche Allergene relevant sind, unterscheidet sich regional.
Rudolf Hofer
Wir haben verschiedene Kontaminationsstufen gewählt, von sehr geringer bis zu sehr hoher Zugabe [unklar: genaue Einheit der Zahlen 0,062 bis 0,5]. Die höchste Stufe war bewusst extrem; Mutterkorn war in der Partie sichtbar. Im Rückblick war die Versuchsspanne sehr radikal.
Rudolf Hofer
Um die Aufgabe zu erschweren, haben wir einen Teil des Kontaminationsmixes geschrotet und Bruchstücke zugegeben. So sollte berücksichtigt werden, dass Verunreinigungen nicht immer als ganze Körner vorliegen. Sehr große Bestandteile wie ganze Lupinen lassen sich über die Größe vergleichsweise einfach abscheiden.
Rudolf Hofer
Ein Teil der guten Ergebnisse war auch auf die große Korngröße zurückzuführen.
Rudolf Hofer
Die entscheidende Frage ist, mit welchem Anteil die einzelnen Reinigungsschritte die Stoffe entfernen. Dafür brauchen wir repräsentative Proben, auch bei großen Partien. Wir orientierten uns an einer europäischen Anleitung zur Probenahme [unklar: genaue Fundstelle]. Die praktische Umsetzung ist schwierig.
Rudolf Hofer
Die Probenahme war manuell und mit Schwankungen verbunden; die Standardabweichung ist nach unserer Beobachtung groß. Die Werte geben dennoch eine Richtung vor. Die Analytik erfolgte durch einen Partner mit Flüssigchromatographie. Verglichen wurden die Pilotanlage in Uzwil mit fünf Tonnen pro Stunde und eine industrielle Anlage.
Rudolf Hofer
In der Industriemühle in Aichach testeten wir mit definiert zugegebenen Kontaminationen. Wir betrachteten die klassischen Reinigungsschritte Separator, Steinausleser und Aspirationskanal, dazu Konzentrator, Trieur und optische Sortierung. Welche Maschinen im industriellen Ablauf enthalten sind, wirkt sich auf das Ergebnis aus.
Rudolf Hofer
In Uzwil liefen die Tests bei fünf Tonnen pro Stunde jeweils 20 Minuten, in Aichach bei 15 Tonnen pro Stunde 40 Minuten. An zahlreichen Punkten wurden gleichzeitig Proben gezogen und homogenisiert. Die Reduktion einer großen Materialmenge auf eine repräsentative Laborprobe ist aufwendig. Trotz sorgfältiger Durchführung schwankten die Werte.
Rudolf Hofer
Zunächst zur Pilotanlage: Wir zeigen Ergebnisse für mehrere Zugabestufen. Separator und Aspiration reduzierten die Kontamination. Ziel war eine möglichst weitgehende Entfernung. Die Ergebnisse waren gut, zeigten aber Schwankungen durch Probenahme und die unterschiedlichen Reinigungsschritte.
Rudolf Hofer
Die Praxis zeigt auch, dass sich ein Stoff in einem guten Produktstrom aufkonzentrieren kann, abhängig davon, welche Fraktionen abgezogen und wie Luft und Maschinen eingestellt werden. Andere Schritte können die Belastung anschließend wieder verringern. Besonders interessant waren Konzentrator und optische Sortierung. Bei letzterer betrachteten wir die Abscheidung dunklen Mutterkorns.
Rudolf Hofer
Unter optimalen Pilotbedingungen erreichten wir bei der höchsten Versuchslast nach meiner Darstellung eine Reduktion von 99 Prozent, sowohl bei ganzen als auch bei geschroteten Bestandteilen. Dazu gehörte allerdings ein Reinigungsabstoß von etwa vier bis sieben Prozent. Diese Werte sind Ergebnisse des konkreten Versuchs und müssen zusammen mit den Belastungs- und Einstellbedingungen gelesen werden.
Rudolf Hofer
Bei sehr hoher sichtbarer Belastung ist ein hoher Abstoß realistisch. Auch bei einer niedrigeren Versuchsstufe lag der Abstoß im Beispiel noch bei etwa vier Prozent. Eine gute Annahmepraxis reduziert das Problem bereits zu Beginn. Die Pilotanlage zeigte gute Ergebnisse; Konzentrator und optische Sortierung waren wichtige Schritte.
Rudolf Hofer
Entscheidend ist die Reinigungspraxis. Luft, Siebe, Hub und Drehzahl müssen je nach Maschine eingestellt werden. Auch das Rezept der optischen Sortierung muss zur Partie passen: Eine einmalige Einstellung kann bei einer schlechteren Partie dazu führen, dass Bestandteile durchrutschen.
Rudolf Hofer
In der Pilotanlage lief das Material bei fünf Tonnen pro Stunde durch alle Schritte. Bei 15 Tonnen pro Stunde in der Industrie stellen Leistung und Zahl der Sortierkanäle andere Anforderungen. Die gezeigte Anlage führt einen schweren Produktstrom nach mehreren Schritten an weiteren Maschinen vorbei und behandelt eine Mischfraktion zusätzlich.
Rudolf Hofer
Das industrielle Ergebnis war prozentual geringer; das ist keine pauschale Bewertung der Mühle. Wir hatten sehr hohe Versuchskontaminationen zugegeben, die bei der normalen Annahme nicht akzeptiert werden sollten. Es zeigt, dass Maschinen und Produktwege auf die tatsächliche Belastung abgestimmt werden müssen.
Rudolf Hofer
In der gezeigten Anlage wird der schwere Strom nach Reinigung zwischengelagert und später wieder mit der Mischfraktion zusammengeführt. Die Mischfraktion durchläuft unter anderem Trieur, Konzentrator und optische Sortierung. Proben wurden sowohl an einzelnen Schritten als auch am Ende gezogen. Im gezeigten Fall nenne ich als bestes Ergebnis 69 Prozent Reduktion [unklar: genaue Versuchsvariante; in der Diskussion als Alkaloidwert erläutert].
Rudolf Hofer
Durch das Wiedervermischen stieg der Wert im Endprodukt gegenüber einem Zwischenstrom wieder an. In der Mischfraktion kann sich die Kontamination zunächst stark konzentrieren; sie wird anschließend durch weitere Maschinen geführt. Die Ergebnisse helfen zu verstehen, was einzelne Schritte und die Führung der Produktströme bewirken.
Rudolf Hofer
Für die Bewertung einer konkreten Anlage muss man die vorhandenen Schritte und Einstellmöglichkeiten betrachten. Aus meiner Sicht ist optische Sortierung ein wichtiges Mittel, um das Risiko zu reduzieren; sie bietet aber keine hundertprozentige Garantie.
Rudolf Hofer
Ich empfehle außerdem einen öffentlich zugänglichen Leitfaden des MRI, der unter anderem auf früheren Ergebnissen zu Roggen beruht [unklar: genaue Ausgabe]. Die Sortierung nach Größe mit Sieben wirkt, ist aber schwierig.
Rudolf Hofer
Der Konzentrator arbeitet nach unseren Erfahrungen gut, wobei seine Kapazität und Einbindung ins Fließschema berücksichtigt werden müssen. Auch er muss eingestellt werden. Der Trieur sortiert nach Länge und kann ganze Sklerotien sowie Bruchstücke erfassen; im Versuch war er auch bei Senf hilfreich.
Rudolf Hofer
Die optische Sortierung ist aus meiner Sicht besonders wichtig. Falls nötig, kann auch eine Reduktion der Leistung helfen. Über konkrete Anlagen und ihre Einstellungen sprechen wir gerne weiter. Vielen Dank.
Rudolf Hofer
In der Diskussion: Dunkles Mutterkorn lässt sich optisch vergleichsweise einfach erkennen, auch wenn es gebrochen ist und noch ein ausreichend dunkles Signal zeigt. Die notwendige Ausführung hängt davon ab, ob zusätzlich andere Probleme zu lösen sind. Auch ohne optische Sortierung kann eine gut geführte Reinigung Belastungen reduzieren; die Herausforderung sind Ausreißer und niedrige Grenzwerte.
Rudolf Hofer
Eine hundertprozentige Sicherheit kann ich daraus nicht ableiten; darum geht es um Risikoreduktion und sorgfältige Reinigung.
Publikum
Wie wirkt sich Abrieb von Mutterkorn aus, der bereits während Lagerung oder Förderung entsteht? Wurde dieser sogenannte Schmiereffekt untersucht?
Rudolf Hofer
Das ist Gegenstand weiterer Untersuchungen. Für kleine Bruchstücke und Abrieb hilft nach unserer Erfahrung eine gute Aspiration. Wie stark reine Mutterkornstäube unter bestimmten Bedingungen reduziert werden, kann ich derzeit nicht genau beantworten. Solange dunkle Bestandteile sichtbar bleiben, kann die optische Sortierung sie erkennen; bei reinem Pulver ist die Aussage offen.
Publikum
Wie ist mit einer bereits bei der Annahme erhöht belasteten Partie umzugehen? [Die genaue Grenzwertangabe im ASR ist unklar.]
Rudolf Hofer
Bei höherer Belastung muss man mit der Reinigung arbeiten und den Produktstrom verfolgen. Nur den Startknopf zu drücken reicht nicht. Vollständig automatische Erkennung und Selbstanpassung aller Einstellungen stehen uns dafür derzeit nicht zur Verfügung.
Publikum
Wie hoch war die Ausgangsbelastung des Getreides vor der künstlichen Zugabe? War sie null?
Rudolf Hofer
Wir hatten eine geringe Grundbelastung [unklar: Messwerte und Einheit]. Das Getreide wurde mehrfach gereinigt und vor der Zugabe untersucht. In der industriellen Anlage haben wir zusätzlich eine Blindmessung des laufenden Getreides vorgenommen und das Grundsignal bei der Auswertung berücksichtigt.
Publikum
Ich sehe für kritische Erntejahre große Herausforderungen: Mutterkorn betrifft Roggen und Weizen. Niedrigere Grenzwerte und Bedingungen im Ackerbau können den Druck erhöhen; auch eine gute Reinigung hat Grenzen.
Publikum
Wir arbeiten mit einem Naturprodukt; deshalb sehe ich hier weiteren Untersuchungsbedarf.
Rudolf Hofer
Zur Entstehung der Infektion wird geforscht. Gute Ackerbaupraxis, Bodenbearbeitung und Fruchtfolge können nach meiner Darstellung zur Reduktion beitragen. Die im Vortrag genannte Dauer im Boden ist fachlich und standortbezogen zu prüfen. Die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Verarbeitern ist wichtig.
Rudolf Hofer
Die Versuche zeigen Reduktionsmöglichkeiten auch bei hoher Belastung. Das bedeutet nicht, dass jede Partie angenommen und vollständig gereinigt werden kann. Eine extrem belastete Partie gehört zurückgewiesen; die Prüfung bei der Warenannahme bleibt entscheidend.
Diskussion (Sprecherwechsel nicht sicher zugeordnet)
Beziehen sich die genannten 69 Prozent auf Sklerotien oder auf Alkaloide? Und lässt sich daraus ein validierter Prozess für die eigene Mühle und deren Risikobewertung ableiten? Im Gespräch wird klargestellt, dass der genannte Wert Alkaloide betrifft.
Rudolf Hofer
Eine allgemeine Garantie wäre schwierig. Sklerotien können sehr unterschiedliche Ergotalkaloidgehalte enthalten. Bei Getreide werden Sklerotien erfasst; die Alkaloidanalytik untersucht mehrere Stoffe. Wir können die Versuchsergebnisse und Erfahrungen für die Diskussion über geeignete Verfahren zur Verfügung stellen.
Rudolf Hofer
Die Ergebnisse helfen, über gute Praxis zu sprechen. Für eine Validierung wären wiederholte, standardisierte Untersuchungen notwendig; das ist bei variierendem Ausgangsmaterial anspruchsvoll. Eine Übertragung auf jede Mühle oder eine Garantie ist daraus nicht abzuleiten.
Publikum
Wenn optische Sortierung dunkles Mutterkorn erkennt, braucht man dann noch einen Trieur?
Rudolf Hofer
Bei neuen Fließbildern mit optischer Sortierung verzichten wir teilweise auf einen Trieur; Leistung und Platzbedarf spielen eine Rolle. Bei hellem Senf kann die optische Sortierung jedoch schwierig sein. Hier kann ein Trieur beziehungsweise eine mechanische Trennung hilfreich sein. Die konkrete Auslegung hängt also von der Verunreinigung ab.
Publikum
Ich sehe in der Praxis Umgehungen von Maschinen, auch optischen Sortierern. Das wirft Fragen zur Lebensmittelsicherheit auf. Wie zuverlässig ist die Maschine, und was geschieht, wenn die Steuerung ausfällt?
Publikum
Wie wird ein Ausfall bemerkt und die Prozesssicherheit gewährleistet?
Rudolf Hofer
Bei unseren Untersuchungen gehen wir davon aus, dass die Maschine ordnungsgemäß funktioniert; die Messungen beziehen sich auf diesen Betrieb. Die Zuverlässigkeit von Steuerung und Mechanik ist eine eigenständige Aufgabe der Prozesssicherheit und muss gelöst werden.
Rudolf Hofer
Auch die Frage, wie man diese Prozesssicherheit dauerhaft validiert, ist wichtig. Die vorgestellten Reinigungsergebnisse gelten für eine funktionierende Maschine.
Publikum
Werden solche Umgehungen auch in anderen Mühlen beobachtet?
Diskussion (Sprecherwechsel nicht sicher zugeordnet)
Im Austausch zwischen Mühlen werden unterschiedliche Anlagen und mögliche Verbesserungen diskutiert. Der Umgang mit Umgehungen bleibt ein Thema der Prozesssicherheit.
Publikum
Was geschieht mit dem konzentrierten Reinigungsabstoß? Die Entsorgung beziehungsweise weitere Behandlung ist ebenfalls Teil des Problems.
Publikum
In der Diskussion werden verschiedene Entsorgungswege angesprochen. Außerdem wird gefragt, ob Umluftmaschinen wegen Staub und Abrieb geeignet sind. [Die konkrete rechtliche Einstufung und der zulässige Entsorgungsweg werden hier nicht geklärt.]
Rudolf Hofer
In der Pilotanlage haben wir einzelne Maschinen mit Umluft betrieben und gute Ergebnisse erzielt. Danach folgten weitere Maschinen mit Frischluft beziehungsweise Aspiration. Nach unserer derzeitigen Einschätzung ist eine Umluftmaschine nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sofern weitere geeignete Aspirationsschritte folgen; die konkrete Anlage muss betrachtet werden.
Ende des aufgezeichneten Texts bei 51:55.