Einzelkornsortierung teilt Weizenpartien nach Protein
Einzelkornsortierung teilt Weizenpartien nach Protein
0:00Körner derselben Partie können sich im Proteingehalt deutlich unterscheiden. Frank Iftner von MIAG zeigte in Volkach, wie BoMill diese Unterschiede für die Sortierung nutzt – und weshalb Labor und Mischungsbeurteilung trotzdem nötig bleiben.

Frank Iftner von MIAG stellte im Technikprogramm der Müllerei-Fachtagung die BoMill InSight vor. Die Maschine des schwedischen Herstellers soll Getreidepartien gezielt in proteinärmere und proteinreichere Fraktionen aufteilen. MIAG übernimmt nach Iftners Darstellung die Einbindung in bestehende Anlagen. Er hielt den Beitrag allein.
Nach der Vereinzelung untersucht Nahinfrarot-Transmissionstechnik die Körner. Luftdüsen trennen den Strom anschließend in zwei Partien. Dabei verglichen die Sortiereinheiten die Körner relativ zueinander, erläuterte Iftner. Sie gäben keinen absoluten Proteinwert für jedes Korn aus. Zusätzliche NIR-Sensoren an den Ausläufen könnten dagegen den durchschnittlichen Proteingehalt der entstandenen Partien bestimmen und die Einstellung der Sortierung unterstützen.
Als Anwendungen nannte Iftner die Aufwertung von Weizen für die Mehlmischung und die Herstellung proteinarmer Fraktionen, etwa für Keksmehl. Für die Einbindung seien Druckluft, Aspiration, Förderwege und Silokapazitäten zu berücksichtigen. Er zeigte eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, deren Ergebnis von den Preisabständen zwischen den Qualitäten, dem Sortieranteil und den vorhandenen Anlagen abhänge. Eine allgemeine Amortisationszeit lasse sich daraus nicht ableiten.
In der Fragerunde wandten Teilnehmer ein, dass mehr Protein allein noch keine bessere Backqualität bedeute. Iftner bestätigte, dass die üblichen Laboruntersuchungen und die Beurteilung der Mehlmischung weiterhin notwendig seien. Auch zusätzliche Lagerzellen und Fördertechnik könnten die Investition verändern. Ob die Sortierung zum Betrieb passe, solle deshalb mit dessen Getreide und Anlagenbedingungen geprüft werden.