Nager früh erkennen statt dauerhaft Gift auslegen
Nager früh erkennen statt dauerhaft Gift auslegen
0:00Die vorbeugende Dauerbeköderung mit Rodentiziden läuft aus. Ellen Schäfer von Hentschke + Sawatzki erläuterte in Volkach, wie Betriebe einen Befall künftig erkennen und welche Fragen bei der Bekämpfung zu beachten sind.

Die befallsunabhängige Dauerbeköderung mit wirkstoffhaltigen Ködern war bislang unter engen Voraussetzungen als vorbeugende Maßnahme in hygienekritischen Bereichen möglich. Ellen Schäfer vom Schädlingsbekämpfungsunternehmen Hentschke + Sawatzki erläuterte bei der Volkacher Müllerei-Fachtagung, was die Änderungen für die Praxis bedeuten.
Das Umweltbundesamt unterscheidet zwischen dem vorbeugenden Auslegen ohne festgestellten Befall und der Bekämpfung eines nachgewiesenen Befalls. Seit dem 1. Juli 2026 werden Rodentizide in Deutschland nach Angaben des Amtes nicht mehr für die befallsunabhängige Dauerbeköderung zugelassen. Für betroffene Produkte gibt es Abverkaufs- und Aufbrauchfristen; die Bekämpfung eines festgestellten, auch andauernden Befalls bleibt möglich. Welche Fristen und Bedingungen gelten, hängt von der jeweiligen Zulassung ab.
Für Mühlen gewinnt damit die frühe Befallserkennung an Gewicht. Schäfer nannte wirkstofffreie Monitoringköder in bestehenden Stationen, Sichtkontrollen auf Kot oder Fraßspuren und digitale Köderwaagen. Zwischen zwei manuellen Kontrollen könne ein Befall unbemerkt entstehen; eine Waage zeige Veränderungen am Köder laufend an. Die Betriebe müssten festlegen, ab welchem Schwellenwert sie reagieren.
Bei einem festgestellten Befall müsse das Mittel zur Tierart und zum Einsatzort passen, sagte Schäfer. Sie verwies auf die jeweilige Produktzulassung und auf Kontroll- und Dokumentationspflichten. Auch bei digitalen Systemen sei nach dem von ihr geschilderten Stand eine regelmäßige Kontrolle durch sachkundige Personen erforderlich. Für Schlagfallen erläuterte sie gesonderte Anforderungen an Kontrolle und Sachkunde.
Als vorbeugende Maßnahmen nannte die Schädlingsbekämpferin Reinigung, die Kontrolle von Wareneingang und Lager sowie die Überprüfung von Türen, Toren und Bausubstanz. Betriebe könnten Monitoring und Bekämpfung selbst organisieren, einen Fachbetrieb beauftragen oder Aufgaben zwischen geschultem eigenem Personal und Dienstleister aufteilen.